Euro-Rückgang trotz gemischter Konjunktursignale: US-Arbeitsmarkt und deutsches Hoffnungspotenzial im Fokus
Der Euro hat am Freitag weiter an Wert verloren, nachdem die Veröffentlichung neuer US-Konjunkturdaten für Bewegung am Devisenmarkt gesorgt hatte. Am Nachmittag musste sich die europäische Gemeinschaftswährung mit einem Wechselkurs von 1,1622 US-Dollar begnügen, nachdem sie vor den entscheidenden US-Arbeitsmarktzahlen noch bei etwa 1,1644 Dollar notiert hatte.
Im Überblick zeigt sich die Situation auf dem US-Arbeitsmarkt zwiespältig: Während der Zuwachs bei den Beschäftigten hinter den Erwartungen zurückblieb, reduzierte sich die Arbeitslosenquote ein wenig. Diese ambivalenten Signale könnten zwar die Rufe nach einer beschleunigten geldpolitischen Lockerung durch die US-Notenbank Federal Reserve verstärken, aber hinsichtlich der zukünftigen Entwicklung bleiben die Prognosen vorerst unverändert. Rotten stehen insbesondere auf die Zukunft des Fed-Vorsitzes im Mai, da Jerome Powells Amtszeit dann endet.
Ein überraschend positives Signal kam hingegen in Form des amerikanischen Verbrauchervertrauens: Durch die Universität Michigan erhobene Daten zeigten im Januar eine deutliche Stimmungsaufhellung. Diese Erhebung fand jedoch weitgehend vor der jüngsten US-Intervention in Venezuela statt und könnte daher Verzerrungen aufweisen.
Auch aus Deutschland gab es Erfreuliches: Unerwartet positive Produktionszahlen für den November nährten die Hoffnung auf ein baldiges Ende der derzeitigen Krisensituation in den deutschen Industriebetrieben. Doch trotz dieser Aufhellung konnte der Euro davon am Morgen keinen nennenswerten Nutzen ziehen. Dagegen enttäuschte der deutsche Außenhandel mit schwächeren Ergebnissen als erwartet.
Insgesamt misslang es dem Euro trotz positiver deutscher Signale, die Abwertungstendenz zu stoppen, vor allem da die jüngeren US-Konjunkturdaten den Dollar in den vergangenen Tagen stärkten. Seit dem letzten Sommer bewegt sich der Eurokurs dennoch innerhalb eines recht engen Korridors.

