EURO IN DER GEGENOFFENSIVE: GRÖNLANDKONFLIKT BEFEUERT WÄHRUNGSMARKT
Der anhaltende Grönlandkonflikt hat den Euro am Montag beflügelt und dem Kurs neuen Auftrieb verliehen. Gegen Nachmittag notierte die europäische Gemeinschaftswährung bei 1,1636 US-Dollar, ein Anstieg, der von der Europäischen Zentralbank mit einem Referenzkurs von 1,1631 US-Dollar festgehalten wurde. Zuvor war der Euro zu Beginn des Montags noch unter der Marke von 1,16 Dollar gehandelt worden, was seine jüngste Stärke umso bemerkenswerter macht. Der Auslöser für diese Kursbewegungen stammt aus den Vereinigten Staaten: Präsident Trump kündigte am Samstag die Einführung neuer Strafzölle gegen Deutschland und andere NATO-Staaten an. Der Unmut über die gemeinsame militärische Mission in Grönland führte zu dieser scharfen Reaktion.
Als Konsequenz berät die EU über den Umgang mit diesem diplomatischen Balanceakt. Ein EU-Sondergipfel ist für Ende der Woche angesetzt, um potenzielle Gegenstrategien zu evaluieren. Konkrete Maßnahmen könnten beinhalten, die kürzlich vereinbarten Handelsabkommen vorübergehend auszusetzen. "Alarmglocken läuten für den Dollar", erklärte Devisenexpertin Thu Lan Nguyen von der Commerzbank. Die Sorge wächst, dass die aktuelle US-Politik eine kritische Schwelle überschreiten könnte, was zu Vergeltungsmaßnahmen der Handelspartner führen würde.
Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank, betont, dass der Grönland-Konflikt verdeutlicht, dass die Handelsstreitigkeiten weit von einer Lösung entfernt sind. Obwohl die jüngsten Zölle die US-Wirtschaft wenig trafen und Deutschland wirtschaftliche Erfolge meldete, mahnt der Konflikt zur Vorsicht in einer fragilen Weltwirtschaft. Die jüngste Inflationsentwicklung in der Eurozone blieb dagegen für Markthändler weitgehend bedeutungslos. Die Verbraucherpreise stiegen im Dezember um 1,9 Prozent im Jahresvergleich, was unter dem von der EZB angestrebten Ziel von zwei Prozent liegt und keine unmittelbare Anpassung der Leitzinsen nach sich ziehen dürfte.
Auch die Entwicklungen bei wichtigen anderen Währungen wie dem britischen Pfund, dem japanischen Yen und dem Schweizer Franken führten zu kaum nennenswerten Marktbewegungen, während der Goldpreis ein beeindruckendes Rekordhoch von mehr als 4.690 US-Dollar erreichte.

