EU verstärkt Anstrengungen zum LNG-Importverbot aus Russland
Im ersten Halbjahr 2025 hat die Europäische Union Flüssigerdgas (LNG) aus Russland im Wert von etwa 4,48 Milliarden Euro bezogen, wie die aktuelle Analyse der EU-Statistikbehörde Eurostat zeigt. Dieser Betrag liegt deutlich über den 3,47 Milliarden Euro, die im Vorjahreszeitraum registriert wurden.
Insgesamt belief sich der LNG-Importwert auf etwa 26,9 Milliarden Euro, wobei die USA mit einem Anteil von rund 13,7 Milliarden Euro den größten Lieferanten darstellen. 2024 stellten die Vereinigten Staaten fast 45 Prozent der europäischen LNG-Importe.
Trotz bestehender Abhängigkeiten hat die EU bisher keine Sanktionen gegen Erdgas eingeführt, im Gegensatz zu fossilen Energieträgern wie Öl und Kohle. Flüssigerdgas fließt weiterhin sowohl als LNG als auch über die Turkstream-Pipeline in die EU-Mitgliedstaaten.
Angesichts des anhaltenden Konflikts in der Ukraine plant die EU-Kommission jedoch, den Import russischen Gases schrittweise einzustellen. Ein zentraler Schritt dabei ist das Vorhaben der EU, ab dem 1. Januar 2028 langfristige Lieferverträge nicht mehr zu erfüllen.
Für kurzfristige Verträge ist ein Verbot ab dem 17. Juni 2026 vorgesehen, während neu geschlossene Verträge bereits ab dem 1. Januar 2026 nicht mehr zulässig sein sollen. Diese Pläne bedürfen der Zustimmung der EU-Mitgliedstaaten und des EU-Parlaments.
Ein Vertreter des Bundeswirtschaftsministeriums betonte, dass die Verringerung einseitiger Abhängigkeiten und die Einstellung der Kriegsfinanzierung Priorität haben. Dabei sollen Versorgungssicherheit und Preisstabilität stets im Fokus bleiben.

