EU und USA: Dringliche Handelsverhandlungen vor dem G-7-Gipfel
Europas Handelsgesandter Maros Sefcovic steht kurz vor einem bedeutenden Treffen mit dem US-Handelsvertreter Jamieson Greer am Rande des G7-Gipfeltreffens in Alberta, Kanada. Dieses hochrangige Gespräch erfolgt inmitten intensiver Bemühungen, einen drohenden Anstieg der Handelszölle abzuwenden.
Im Mittelpunkt der Verhandlungen steht die Vermeidung einer drastischen Erhöhung der Zölle, die von US-Präsident Donald Trump bis zum 9. Juli eingeführt werden könnte. Sollte es bis dahin keine Einigung geben, droht eine 50%ige Steuer auf fast alle Exporte der EU in die USA. Angesichts dessen laufen die Gespräche auf Hochtouren, denn Washingtons Maßnahmen könnten Exporte im Wert von 380 Milliarden Euro – etwa 70% aller EU-Exporte in die USA – betreffen.
Während die Europäische Kommission keine Stellungnahme abgab, strebt die EU auf Hochtouren eine Einigung über die Grundsätze eines möglichen Abkommens bis zum kritischen Juli-Termin an. Dies würde anschließende Verhandlungen über die Einzelheiten ermöglichen. Die Verhandlungen decken dabei ein breites Spektrum kritischer Sektoren ab, darunter Stahl und Aluminium, Automobile, Pharmazeutika, Halbleiter und zivile Luftfahrt.
Trotz eines positiv gestimmten Verhandlungsumfelds gestalten sich die Gespräche nicht unkompliziert. Aus EU-Sicht verfolgt die US-Seite einseitige Zugeständnisse, wodurch ein Abkommen wahrscheinlich asymmetrisch zugunsten Washingtons ausfallen könnte.

