EU und Mercosur schließen ehrgeiziges Freihandelsabkommen
In einem beispiellosen Schritt für den globalen Handel haben die Europäische Union und der Mercosur-Staatenbund ein umfassendes Freihandelsabkommen ins Leben gerufen. Unter den Augen prominenter Politiker wie EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und dem Ratsvorsitzenden António Costa markiert dieser Vertrag einen Meilenstein für über 700 Millionen Menschen.
Die neu geschaffene Freihandelszone nimmt mit einer beeindruckenden gesamten Wirtschaftsleistung von etwa 22 Billionen US-Dollar eine Spitzenposition unter den größten Handelsgebieten der Welt ein. Die EU erhofft sich durch den Abbau von Handelshemmnissen eine Exportsteigerung von 39 Prozent in die Mercosur-Staaten. Damit setzt die Europäische Union bewusst ein Zeichen gegen die verstärkt protektionistische Handelspolitik von US-Präsident Donald Trump, der seinerseits mit Zöllen auf europäische Importe reagiert.
Trump hat angekündigt, aufgrund politischer Spannungen um Grönland, ab Anfang Februar zusätzliche Zölle auf deutsche und andere europäische Produkte zu erheben. Der Konflikt dreht sich um die strategisch bedeutende Arktisinsel, die die USA als notwendig für ihre nationale Sicherheit erachten. Antoni Costa betonte jedoch die Entschlossenheit der EU, die Märkte offen zu halten, um den Wohlstand zu sichern.
Die Vorteile des frisch unterzeichneten Abkommens sprächen für sich, unterstrich Ursula von der Leyen. Sie sieht darin ein kraftvolles Bekenntnis für fairen Wettbewerb und produktive Zusammenarbeit. Das Abkommen könnte darüber hinaus die EU gegen schädliche Effekte der derzeitigen US-amerikanischen Zollpolitik absichern und ist, so die Einschätzung des Ifo-Instituts, nur der erste Schritt von vielen weiteren notwendigen Handelsabkommen.
Der Bundesverband der Deutschen Industrie feiert den Deal als großen Gewinn, insbesondere im Hinblick auf kritische Rohstoffe und künftige Innovationsfelder wie Elektromobilität. Allerdings äußern europäische Landwirte und Umweltschützer Bedenken über mögliche soziale und ökologische Auswirkungen, was bereits zu Protesten führte. Sicherheitsklauseln wurden vorsorglich implementiert, um mögliche Schwierigkeiten abzufangen.
Bevor das Abkommen in Kraft treten kann, steht noch die Zustimmung des Europäischen Parlaments aus. Der politische Bestand des Abkommens erfordert zudem die Ratifizierung durch alle beteiligten Staaten. Ein Kraftakt mit vielen Hürden, der jedoch neue Standards im globalen Handel setzen könnte.

