EU-Parlament ebnet Weg für neue Importgebühren
Das Europäische Parlament setzt auf Veränderung im grenzüberschreitenden Handel und beschließt eine pauschale Bearbeitungsgebühr von zwei Euro für importierte Pakete aus Drittstaaten. In einer kürzlich abgehaltenen Plenarsitzung in Straßburg unterstützten die Abgeordneten mit deutlicher Mehrheit den Vorschlag der Europäischen Kommission. Allerdings mahnten sie zur Vorsicht und forderten eine genauere Prüfung, um sicherzustellen, dass diese Abgabe nicht am Ende die Verbraucher in der EU belastet.
In einer Streben nach mehr Fairness im internationalen Handel wollen die Parlamentarier auch die derzeitige Zollbefreiung für Waren im Wert unter 150 Euro abschaffen. Zudem drängen sie darauf, dass Händler aus Ländern außerhalb der EU ermutigt werden, Logistikzentren innerhalb der EU zu errichten. Diese Strategie soll bewirken, dass Pakete gebündelt in die EU gelangen, um das Paketaufkommen effizienter zu gestalten und die Zollbehörden zu entlasten.
Katarina Barley, Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments, warnt vor den anhaltenden Herausforderungen für die Zollbehörden, die täglich zwölf Millionen Pakete kontrollieren müssen. Stichproben zeigten immer wieder massive Verstöße gegen die EU-Schutzvorschriften, was Produkte wie fehlerhafte Elektronik oder gefährliche Chemikalien betrifft. Durch die geplanten Gebühren möchte die EU Druck auf große Online-Marktplätze wie Shein und Temu ausüben, um die Qualitätsstandards anzuheben und die Sicherheit der Verbraucher zu gewährleisten.
Diese Vorschläge sollen nun in den bevorstehenden Verhandlungen zwischen dem EU-Parlament und dem Rat in die Reform des EU-Zollwesens einfließen. Auch die Mitgliedsstaaten haben sich zuletzt pro Abgabe positioniert, wobei die Feinabstimmung der Abgabehöhe noch aussteht.

