EU-Kontrollen für Olivenöl: Bericht deckt Mängel auf
Die Qualität von Olivenöl in der Europäischen Union wird laut einem Bericht nicht ausreichend geprüft. Trotz strenger Vorschriften innerhalb der EU werden diese nicht immer konsequent umgesetzt, bemängelt Joëlle Elvinger vom Europäischen Rechnungshof. Ein besonderes Augenmerk legte die Prüferin auf Griechenland, wo Kontrollen hauptsächlich auf lokal produziertes und vermarktetes Olivenöl beschränkt sind, während Exporte weniger im Fokus stehen.
Dieser Befund verdeutlicht systematische Schwachstellen, die auch in anderen Teilen Europas vorkommen. Diese führen laut Rechnungshof zu Vertrauensverlusten bei den Verbrauchern. Zudem zeigt der Bericht auf, dass EU-Staaten die bestehenden Gesetze unterschiedlich interpretieren und anwenden. Für die Mischung von Ölen aus verschiedenen Ernten sind die Regularien nicht eindeutig genug formuliert. Bei Pestizidrückständen hingegen gilt die EU als vorbildlich, da hier kaum Regelverstöße festgestellt wurden.
Der Europäische Rechnungshof fordert von der EU-Kommission noch mehr Klarheit in den Vorschriften und eine intensivere Einbindung der Mitgliedstaaten. Die Kommission hat zugesichert, die Vorschläge prüfen zu wollen und weitere Informationen von den EU-Mitgliedern einzuholen. Mit einem globalen Marktanteil von 61 Prozent ist die EU der führende Produzent von Olivenöl. Die Untersuchungen konzentrierten sich auf Griechenland, Italien, Spanien und auch auf Belgien, das durch seine Häfen eine bedeutende Rolle im Export spielt.

