EU bereitet Vergeltungsmaßnahmen auf US-Zölle vor
Die Europäische Union steht kurz davor, als Reaktion auf die US-Zölle auf Stahl und Aluminium, ihrerseits Importabgaben auf ausgewählte US-Produkte zu implementieren. Diese Maßnahme, die bereits seit längerem in Planung ist, sieht vor, Sonderzölle auf Produkte wie Jeans, Bourbon-Whiskey, Motorräder und Erdnussbutter wiedereinzuführen. Der EU-Kommissar Maros Sefcovic gab nach einem Treffen der EU-Handelsminister in Luxemburg bekannt, dass eine endgültige Entscheidung über die betroffenen Waren am Mittwoch dieser Woche getroffen werden soll. Die Einführung der Zölle ist für die darauffolgende Woche vorgesehen.
Zusätzlich plant die EU, ab Mitte Mai weitere US-Produkte mit Sonderzöllen zu belegen. Dabei handelt es sich um Waren, die zuvor, in der ersten Amtszeit des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump, noch nicht von solchen Maßnahmen betroffen waren. Die ersten Reaktionen der EU auf Trumps Zölle auf Stahl und Aluminium führten damals zu einer temporären Aussetzung nach einer Einigung mit der Administration von Präsident Joe Biden.
Die geplanten Sonderzölle könnten auch den Agrarsektor betreffen und US-Exporten wie Geflügel, Rindfleisch, und Meeresfrüchten Einhalt gebieten. Zudem sind Extrazölle auf Industrieprodukte wie Textilien, Lederwaren und Werkzeuge im Gespräch. Parallel dazu arbeitet die EU an einem Maßnahmenpaket als Antwort auf die jüngsten Zollankündigungen von Trump, in der Hoffnung, die USA an den Verhandlungstisch zu bringen. Ob dies erfolgreich sein wird, bleibt jedoch abzuwarten.
Trumps Ziel mit den neuen Zöllen ist es, angebliche Handelsungleichgewichte zu korrigieren und die Produktion in die USA zurückzuführen. Die daraus resultierenden Einnahmen sollen zudem dazu beitragen, Kosten für sein Versprechen von erheblichen Steuersenkungen abzudecken.

