Ethereum und Bitcoin im Spannungsfeld zwischen Futures und ETFs
Die Erwartung wichtiger makroökonomischer Ereignisse in dieser Woche hat zu einer deutlichen Divergenz im Verhalten der Futures-Händler bei Ethereum und den Kapitalflüssen in Bitcoin-ETFs geführt. Während das aggregierte 24-Stunden-Futures-Volumen für Ethereum 49,4 Milliarden Dollar erreichte und damit Bitcoin mit 42,9 Milliarden Dollar übertraf, zeigen Daten von Coinanalyze einen besorgniserregenden Trend für die zweitgrößte Kryptowährung. Auf der anderen Seite verzeichnen US-basierte Bitcoin-ETFs einen Nettokapitalzufluss von 1,39 Milliarden Dollar innerhalb der letzten zehn Tage, berichtet SoSoValue. Im Gegensatz dazu zogen Ethereum-ETFs im gleichen Zeitraum 668 Millionen Dollar ab, was die Rotationsstrategie institutioneller Investoren verdeutlicht.
Stephen Gregory, Gründer der Krypto-Handelsplattform Vtrader, wies darauf hin, dass diese Divergenz zwischen den beiden führenden Kryptowährungen nicht ungewöhnlich sei, insbesondere angesichts einer möglichen Zinssenkung durch die Fed um einen halben Punkt. „Ich denke, wir werden das dritte Quartal in einem Aufwärtstrend schließen, angeführt von Altcoins", prognostizierte er. Unterstützt wird diese Einschätzung durch Coinanalyze-Daten, die zeigen, dass der Anteil von Altcoins am gesamten Handelsvolumen in dieser Woche auf 50 % gestiegen ist, während die Volumendominanz von Bitcoin von 31 % auf 21 % fiel. Gregory führt die starken Kapitalflüsse in Bitcoin-ETFs auf eine sogenannte "FOMO"-Handelsstrategie zurück, ausgelöst durch neue Vermögensverwalter, die jetzt Kapital zuweisen dürfen.
Trotz der starken Neigung der Futures-Händler zu Ethereum und Altcoins zeigt der Optionsmarkt ein gemäßigteres Bild. Adam Chu, Chefanalyst bei GreeksLive, erklärte, dass die implizite Volatilität, die die Markterwartungen basierend auf Optionsdaten erfasst, weiterhin niedrig bleibt. Trotz der bevorstehenden Zinsentscheidung sagt er, dass der Markt eine Zinssenkung um 25 Basispunkte bereits eingepreist hat. Die allgemeine Markteinschätzung bleibt unterdessen im Hinblick auf die Erwartungen für das vierte Quartal positiv.

