Eskalierende Diplomatie: Erdogans Balanceakt zwischen Friedensstifter und Machtanspruch
Die diplomatischen Beziehungen zwischen Europa und der Türkei sind komplexer denn je, während Recep Tayyip Erdogan in seiner Rolle als Staatschef geschickt zwischen Kordon und Koalition bewegt. Innenpolitisch oft kritisiert, insbesondere für seinen autoritären Führungsstil, nimmt Erdogan mit den jüngsten Gesprächen zur PKK eine Ausnahme ein, die hoffen lässt. Dennoch, auf der internationalen Bühne scheint sich das Blatt für Erdogan zu wenden.
Mit dem Ende des syrischen Bürgerkriegs scheint die Türkei in eine diplomatische Schlüsselrolle zu schlüpfen — eine Entwicklung, die Erdogan lautstark zu nutzen versteht, besonders im Kontext des Ukraine-Konflikts, der zurzeit ganz Europa in Atem hält. Ob Istanbul tatsächlich Schauplatz eines diplomatischen Durchbruchs wird, bleibt abzuwarten. Fakt ist jedoch, dass die Türkei als strategische Brücke zwischen Europa und Asien an Bedeutung gewinnt.
Mit dem jüngsten Deal über die Lieferung europäischer Eurofighter zeigt Ankara, dass es bereit ist, nicht nur auf diplomatischer, sondern auch auf militärischer Ebene mitzumischen. Diese neue Machtdemonstration könnte jedoch auch Schattenseiten bergen. Erdogans Stolz könnte rasch zu Überheblichkeit führen, was durch das Waffengeschäft mit Eurofightern noch beschleunigt wird – eine Entwicklung, die der griechische Regierungschef Kyriakos Mitsotakis direkt zu spüren bekam. Schließlich ist der Balanceakt zwischen internationaler Anerkennung und regionaler Dominanz ein schmaler Grat, auf dem Erdogan jetzt balanciert.

