Erzeugerpreise in Deutschland: Rückgang übertrifft Prognosen deutlich
Der Rückgang der Herstellerpreise in Deutschland hat sich bereits den fünften Monat in Folge beschleunigt und im August einen unerwartet starken Einbruch verzeichnet. Im Vergleich zum Vorjahr sanken die Erzeugerpreise um bemerkenswerte 2,2 Prozent, so das Statistische Bundesamt aus Wiesbaden am Freitag. Experten hatten lediglich mit einem Rückgang um 1,7 Prozent gerechnet, nachdem die Preise im Juli um 1,5 Prozent gefallen waren.
Seit Anfang März ist eine kontinuierliche Abwärtsbewegung der Herstellerpreise zu beobachten. Monat für Monat verstärkt sich dieser Trend weiter. Im Vergleich zum Vormonat gingen die Erzeugerpreise im August um 0,5 Prozent zurück, was erneut die vorsichtigen Erwartungen der Analysten übertraf.
Ein wesentlicher Faktor für den anhaltenden Preisrückgang ist die Entwicklung der Energiepreise, die im August 8,5 Prozent niedriger lagen als im Vorjahr. Insbesondere die Kosten für Erdgas, die um 11 Prozent fielen, und die sinkenden Strompreise um 10,8 Prozent trugen entscheidend zu dieser Entwicklung bei.
Der Index der Erzeugerpreise gewerblicher Produkte, welcher die Preisänderungen im Bergbau, in der verarbeitenden Industrie sowie in der Energie- und Wasserwirtschaft für inländische Produkte misst, hat auch Auswirkungen auf die Verbraucherpreise. Diese spielen wiederum eine wichtige Rolle für die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB).

