Erzbischof von Canterbury tritt zurück: Das Ende einer Ära
Nach anhaltendem Druck hat Justin Welby, der Erzbischof von Canterbury, seinen Rücktritt erklärt. Grund dafür sind schwerwiegende Vorwürfe gegen die Church of England, die über Jahre hinweg nicht in der Lage war, sexuelle und körperliche Übergriffe eines mit der Institution verbundenen Kindermissbrauchstäters zu unterbinden.
Welby verkündete am Dienstag, dass er mit dem 'gnädigen Einverständnis Seiner Majestät des Königs' seinen Rücktritt als Erzbischof von Canterbury beschlossen habe. Die Enthüllungen über die Abgründe, die von dem christlichen Anwalt John Smyth begangen wurden, seien ihm bereits 2013 zugetragen worden.
Damals sei ihm versichert worden, die Polizei sei informiert, und er habe fälschlicherweise geglaubt, dass auf dieser Grundlage eine angemessene Lösung erfolgen würde. Ein aktueller Bericht von Keith Makin, der in der vergangenen Woche veröffentlicht wurde, deckte jedoch eine 'lang anhaltende Verschwörung des Schweigens' auf.
Welby betonte, dass er sowohl persönliche als auch institutionelle Verantwortung für die traumatisierende Zeitspanne zwischen 2013 und 2024 übernehmen müsse. Zuvor hatte Sir Keir Starmer die Enthüllungen in Makins Bericht als 'schrecklich' bezeichnet.
Auch auf der COP29 in Baku äußerte sich der Premierminister zu den Vorwürfen und betonte, dass diese 'sowohl im Ausmaß als auch im Inhalt eindeutig entsetzlich' seien. Die Interessen der Opfer, die offensichtlich zutiefst im Stich gelassen wurden, ständen im Vordergrund, fügte er hinzu und bemerkte, dass eine endgültige Entscheidung jedoch 'letztlich bei der Kirche' liege.

