Erneuter Anschlag auf religiöse Stätte in Syrien: Acht Tote in Homs

Inmitten der weiterhin angespannten Situation in Syrien hat ein Anschlag die Stadt Homs erschüttert. Erstmals seit dem Sturz des ehemaligen Präsidenten Baschar al-Assad fiel eine Moschee einem Angriff zum Opfer, bei dem acht Menschen ums Leben kamen. Laut Angaben der Notfallbehörde des Gesundheitsministeriums wurden zudem 18 Personen verletzt. Der Vorfall wird vom Innenministerium als Terroranschlag eingestuft.
Die dschihadistische Gruppe Saraja Ansar al-Sunna, bisher nur Insidern ein Begriff, hat die Verantwortung für den Anschlag übernommen. Eine im Internet verbreitete Erklärung, deren Authentizität allerdings noch nicht verifiziert werden konnte, deutet auf weitere bevorstehende Angriffe hin. Die Gruppe dürfte ideologisch im Dunstkreis des Islamischen Staates (IS) angesiedelt sein, auch wenn eine direkte Verbindung nicht eindeutig geklärt ist. Bereits im Juni hatte dieselbe Gruppe einen Anschlag auf eine Kirche in Damaskus beansprucht.
Bilder im syrischen Fernsehen zeigten den erschütternden Anblick des zerstörten Innenraums der Moschee nach der Detonation. Die dem staatlichen Netzwerk zufällig nahestehende Agentur Sana berichtete, dass während des Freitagsgebets ein zuvor versteckter Sprengsatz explodierte. Homs, eine der größten Städte Syriens, liegt etwa 90 Autominuten nördlich der Hauptstadt Damaskus und hat in der Vergangenheit etliche Gewaltakte erlebt.
Das jüngste Attentat unterstreicht die angespannte Lage religiöser Minderheiten im Land, insbesondere der Alawiten, zu denen auch der gestürzte Assad gehörte. Seit dem Machtwechsel kam es immer wieder zu gewaltsamen Auseinandersetzungen mit tragischen Folgen, insbesondere für Minderheiten, während die sunnitische Bevölkerungsmehrheit, Alawiten, Kurden und andere Gruppen versuchen, in einem von Konflikten zerrissenen Syrien zu überleben.

