Erneute Unruhen in Frankreich: Protesttag mit 200.000 Teilnehmenden sorgt für Aufsehen
Frankreich erlebt einen landesweiten Protesttag, der mit rund 200.000 Teilnehmenden eine deutliche Botschaft gegen die aktuellen Sparmaßnahmen sendet. Laut Innenministeriumsberichten wurden 540 Personen festgenommen, wobei allein in Paris 211 Festnahmen erfolgten. Etwa 400 Menschen, von denen 110 in der französischen Hauptstadt, befinden sich in Polizeigewahrsam. Die Gewerkschaft CGT gibt an, dass sich etwa 250.000 Menschen an den Protestaktionen beteiligt haben.
Dabei wurden 23 Sicherheitskräfte leicht verletzt. Die Demonstrationen nahmen im Laufe des Tages an Intensität zu, verstärkt durch radikale Aktivisten. Besonders in Paris sowie in den Städten Nantes und Rennes eskalierte die Lage mit Angriffen auf Sicherheitskräfte. Berichten zufolge kam es zu Hunderten von Bränden auf öffentlichen Straßen und zu Störungen der öffentlichen Ordnung.
In diversen Medien waren Videos von Ausschreitungen zu sehen. Straßenblockaden und Blockaden an Schulen sowie bei Bus- und Straßenbahndepots wurden verzeichnet. Aus Sicherheitsgründen schloss das zentrale Einkaufszentrum in Paris seine Tore. Ein Brand beschädigte dort zudem die Fassade eines Gebäudes, wobei die Pariser Staatsanwaltschaft vermutet, dass es sich um einen ungewollten Vorfall im Kontext mit dem Einsatz der Sicherheitskräfte handelt. Eine Untersuchung hierzu läuft.
Der Protesttag stand unter dem Motto 'Lasst uns alles blockieren' und richtet sich vor allem gegen die umstrittenen Sparpläne. Der Initiator der Proteste bleibt unklar, da die Aufrufe vielfältig und dezentral sind. Verschiedene Gruppierungen wie Linke, die Gelbwesten und Gewerkschaften, darunter auch die der Eisenbahner, mobilisierten zu den Protesten. Diese Aktionen folgen dem Fall der Mitte-Rechts-Regierung und der Berufung Sébastien Lecornu zum Premierminister, was den Unmut weiter anheizt.

