Erneute Eskalation: Russland greift ukrainische Städte an
In der Nacht kam es in der ukrainischen Hauptstadt Kiew und der zweitgrößten Stadt Charkiw erneut zu russischen Raketen- und Drohnenangriffen. Kiews Militärverwalter Tymur Tkatschenko wies auf dem Messenger-Dienst Telegram auf potenzielle Angriffe mit ballistischen Raketen hin. Die staatliche Agentur Ukrinform meldete mehrere Explosionen in der Metropole. Inoffiziellen Berichten zufolge wurden zwei Wärmekraftwerke ins Visier genommen.
In Charkiw, im Osten der Ukraine, berichtete Bürgermeister Ihor Terechow von mindestens zwei Raketen, die die Stadt trafen. Er sprach zudem von einem "Massenangriff" durch Kampfdrohnen. Auch der Gouverneur der Region, Oleh Synjehubow, bestätigte die Angriffe. "Erneute feindliche Angriffe auf Charkiw und die umliegenden Gebiete. Es sind Explosionen zu hören", gab er über Telegram bekannt. Auch in den Städten Saporischschja und Dnipro kam es erneut zu Drohnenangriffen.
Derzeit gibt es noch keine Informationen über mögliche Opfer oder Schäden seitens Kiew und Charkiw. Die Hauptstadt bereitet sich jedoch auf weitere Angriffswellen vor, bei denen auch Marschflugkörper zum Einsatz kommen könnten.
Russland, seit vier Jahren in militärischen Auseinandersetzungen mit der Ukraine, hat durch gezielte Angriffe auf Kraft- und Umspannwerke eine Energiekrise im Land ausgelöst, die diesen Winter durch die Kältewelle zusätzlich verschärft wird. In der vergangenen Woche erklärte der ehemalige US-Präsident Donald Trump, dass der russische Präsident Wladimir Putin einer Pause der Angriffe auf Energieanlagen zugestimmt habe. Doch die jüngsten Ereignisse deuten darauf hin, dass diese beschränkte Feuerpause bereits vorbei sein könnte.
Am kommenden Mittwoch und Donnerstag sind Verhandlungen zwischen Vertretern Russlands und der Ukraine in Abu Dhabi geplant, um über ein mögliches Ende des Krieges zu diskutieren.

