Erneute Diskussion um Pendlerpauschale: Chance oder Risiko?
Die jüngsten Koalitionsverhandlungen befassen sich mit der Möglichkeit, die Entfernungspauschale für Berufspendler erneut zu erhöhen. Eine Analyse des Statistischen Bundesamts zeigt, dass im Jahr 2020 rund 13,8 Millionen Arbeitnehmer in Deutschland von dieser Regelung profitierten.
Weiterhin zeigt die Aufschlüsselung der Einkommensgruppen, dass mehr als die Hälfte dieser Pendler ein Jahreseinkommen von 20.000 bis unter 50.000 Euro aufwies, während 30 Prozent zwischen 50.000 und 100.000 Euro verdienten. Die Entfernungspauschale betrug 2020 noch 30 Cent je Kilometer des einfachen Arbeitswegs.
Durch eine Reform im Mai 2022 wurde der Betrag ab dem 21. Kilometer auf 38 Cent angehoben. Die laufenden Koalitionsgespräche zwischen Union und SPD bringen das Thema einer weiteren Erhöhung auf den Tisch.
Diese Maßnahme wird jedoch von Experten als kostspielig und umweltschädlich kritisiert. Eine weitere interessante Erkenntnis aus den Daten: Die Durchschnittsentfernung, die Pendler zurücklegen, beläuft sich auf etwa 28 Kilometer.
Zu beachten ist, dass in ländlichen Gebieten das Auto das bevorzugte Transportmittel bleibt. Diese Erhebung basiert auf der Lohn- und Einkommensteuerstatistik 2020, deren Ergebnisse aufgrund der langen Bearbeitungsfristen erst nach rund dreieinhalb Jahren verfügbar sind.
Zudem gab die Statistik Auskunft darüber, dass 84 Prozent der Berufstätigen für mindestens einen Teil ihres Arbeitswegs das Auto nutzen. Berücksichtigt wurden dabei nur jene Fälle, bei denen die Werbungskosten über dem Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.000 Euro lagen.
Menschen, deren Kosten unter diesem Betrag blieben, verzichteten oft auf die Angabe in der Steuererklärung.

