Elektronikgigant im Umbruch: JD.com und die Zukunft von Saturn und MediaMarkt
Der Elektronikfachhandel in Deutschland steht vor einem bemerkenswerten Wandel, da das Filialnetz der Kette Saturn weiter schrumpfen wird. Nach der geplanten Übernahme durch den chinesischen Onlinegiganten JD.com sollen weitere Saturn-Filialen schließen und in MediaMarkt-Standorte umgewandelt werden. Eine Sprecherin des Mutterkonzerns Ceconomy betont jedoch das Bekenntnis zu beiden Marken.
Saturn hat in Deutschland eine deutliche Reduzierung seiner Filialen erlebt: Von einst rund 150 Geschäften existieren derzeit nur noch 53. Im Gegensatz dazu ist die Anzahl der MediaMarkt-Filialen durch Umfirmierungen auf 351 angewachsen. Zeitgleich wird der strategische Fokus verstärkt auf die Analyse des lokalen Marktes gelegt, um zu entscheiden, welche Marke am besten zum jeweiligen Standort passt.
Die Unternehmensführung räumt ein, dass Kunden zunehmend weniger zwischen den beiden Marken unterscheiden. Die zukünftige Zahl der Saturn-Filialen bleibt weiterhin unklar, doch Ceconomy und JD.com betonen die Wertschätzung beider Marken und streben deren Stärkung an. Die Markenstrategie soll dabei erhalten bleiben, auch wenn im europäischen Ausland nur noch das MediaMarkt-Label präsent ist.
Im Hintergrund braut sich eine bedeutende unternehmerische Veränderung zusammen: JD.com kontrolliert mittlerweile knapp 60 Prozent der Ceconomy-Anteile, wartet jedoch noch auf finale Genehmigungen seitens des Bundeswirtschaftsministeriums und der EU-Kommission. Ein Abschluss der Übernahme wird für die erste Jahreshälfte erwartet. Mit einem Jahresumsatz von fast 159 Milliarden US-Dollar zählt JD.com zu den weltweit größten Händlern und plant, seine Präsenz in Deutschland mittels des Onlineshops Joybuy auszubauen.

