Zukunft von Saturn ungewiss: JD.com und Ceconomy setzen auf MediaMarkt
Saturn, die traditionsreiche Elektronikmarktkette, sieht sich mit einer ungewissen Zukunft konfrontiert. Der chinesische Online-Gigant JD.com plant, Ceconomy, die Muttergesellschaft von Saturn, zu übernehmen und das Filialnetz der Marke weiter zu verkleinern. Ein Sprecher von Ceconomy hat bestätigt, dass mehr Saturn-Filialen geschlossen und in MediaMarkt-Standorte umgewandelt werden sollen. Doch trotz der Umstrukturierungen wollen beide Unternehmen an den Marken festhalten.
In den letzten Jahren hat die Zahl der Saturn-Geschäfte in Deutschland drastisch abgenommen. Einst mit etwa 150 Filialen vertreten, sind es heute lediglich noch 53, während die Anzahl der MediaMarkt-Standorte durch Umfirmierungen auf 351 gestiegen ist. Der Trend zur Konsolidierung wird laut Ceconomy andauern, wobei lokale Marktbedingungen und Umfeldanalysen ausschlaggebend sind für die Entscheidung, welche Marke an welchem Standort betrieben wird. Eine Sprecherin betont jedoch die historische Bedeutung beider Marken für den deutschen Markt und die Absicht, beide zu stützen und weiter auszubauen.
MediaMarktSaturn bleibt mit über 1.000 Standorten in elf Ländern die größte Elektronikkette Europas, wobei im Ausland mittlerweile nur noch die Marke MediaMarkt existiert. Ursprünglich waren Saturn und MediaMarkt Wettbewerber; die erste Saturn-Filiale eröffnete 1961 in Köln, während der erste MediaMarkt 1979 in München an den Start ging. 1990 übernahm MediaMarkt das Saturn-Konzept, und einige Jahre später erwarb die Metro AG die Mehrheit an beiden. Die Abspaltung von Metro 2017 führte zur Gründung von Ceconomy, um verschiedene Zielgruppen effizienter anzusprechen.
Die geplante Übernahme von Ceconomy durch JD.com ist noch nicht vollständig bestätigt, da entscheidende Genehmigungen, unter anderem von der EU und dem Bundeswirtschaftsministerium, noch ausstehen. JD.com, mit einem beeindruckenden Jahresumsatz von rund 159 Milliarden US-Dollar im Jahr 2024, plant, seine Präsenz in Deutschland zu steigern und führt bereits Pilotprojekte wie den Onlineshop Joybuy durch. Der tatsächliche Einfluss dieser Expansion auf den europäischen Elektrofachhandelsmarkt bleibt abzuwarten.

