Erholung an Europas Aktienmärkten trotz Druck auf Rohstoffwerte
Die europäischen Börsen zeigten sich zum Wochenende hin erholt, wobei der EuroStoxx 50 am Freitag um 0,95 Prozent auf 5.947,81 Punkte zulegte, womit er die Verluste der Vorwoche nahezu wettmachen konnte. Diese Stabilisierung erfolgte trotz der Unsicherheiten, die durch die Nominierung von Kevin Warsh als möglichem neuen Fed-Chef durch US-Präsident Donald Trump ausgelöst wurden. Warsh gilt nicht als Befürworter einer laxen Geldpolitik, was den US-Börsen zusetzte, jedoch den europäischen Märkten half, ihren Aufschwung fortzusetzen.
Jenseits der Eurozone konnte der britische FTSE 100 um 0,51 Prozent auf 10.223,54 Punkte zulegen, während der Schweizer SMI um 0,31 Prozent auf 13.188,26 Punkte anstieg. Rohstoffwerte standen unter erheblichem Druck und verzeichneten einen Rückgang um 2,4 Prozent von ihrem Vortagshoch. Dieser Rückgang ist dem stärkeren Dollar sowie der Aussicht auf eine restriktivere Geldpolitik in den USA geschuldet, wodurch die zuvor positiven Trends bei Gold und Silber enden fanden.
Demgegenüber zeigten sich die Banken- sowie Telekom- und Technologiewerte in robuster Verfassung. Unterstützung für den Telekomsektor kam aus den USA, während SAP mit einer Erholung von den Rückschlägen der Vortage im Technologiebereich Impulse setzte. Der Wert von ASML stieg um etwa zwei Prozent, bedingt durch einen Kursanstieg des US-Speicherherstellers Sandisk sowie positive Aussagen von Apple über eine Halbleiterknappheit, was zu einem "beispiellosen Preisanstieg" bei Speicherchips führte.
In Bezug auf Unternehmensdaten überraschte die Swatch Group positiv, deren Aktien nach der Präsentation ihrer Jahreszahlen trotz eines Gewinnrückgangs um 13 Prozent stiegen. Der Markt fokussierte sich auf Anzeichen für eine Erholung gegen Ende des Jahres 2025. Der Elektrogerätehersteller Electrolux beeindruckte ebenfalls, mit einem Anstieg der B-Aktien um 14,6 Prozent nach starken Zahlen für das vierte Quartal. Anders verhielt es sich bei Signify, deren Aktien angesichts schwacher Quartalszahlen und eines enttäuschenden Ausblicks um über 17 Prozent einbrachen. JPMorgan-Analyst Akash Gupta sprach von einer deutlichen Gewinnwarnung.

