Erholte US-Börsen trotzen Handelskonflikten – Technologien im Aufwind
Zur Wochenmitte herrschte an den US-Aktienmärkten unerwartete Aufbruchsstimmung. Trotz ursprünglich düsterer Prognosen gelang ein leichter Kursanstieg: Der Dow Jones Industrial stieg um 0,2 Prozent auf 37.716 Punkte, während der breite S&P 500 um 0,6 Prozent auf 5.011 Zähler kletterte. Besonders der Nasdaq 100, dominiert von Tech-Giganten, legte mit einem Plus von 1,4 Prozent auf 17.333 Punkte zu.
Der Handelskonflikt zwischen den USA und China spitzte sich jedoch weiter zu. Nachdem die USA Zölle um 50 Prozent erhöht hatten, folgte China mit einem gleichwertigen Gegenzug und hob die bisherigen 34-Prozent-Zölle auf US-Importe auf 84 Prozent an, mit sofortiger Wirkung ab Donnerstag.
Jens Klatt, Analyst bei XTB, warnte vor möglichen Marktverwerfungen, da die Fed sich bisher nicht zur aktuellen Situation geäußert hatte. Unterdessen schnellten die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen binnen weniger Tage von 4,0 auf 4,5 Prozent hoch, was auf ein zunehmendes Misstrauen der Investoren hinweist. Der US-Dollar befand sich ebenfalls im Niedergang, erfuhr jedoch zuletzt eine leichte Erholung.
Im Gegensatz zur Tech-Branche erlitten die US-Pharmawerte deutliche Verluste. Die Ankündigung neuer Zölle auf importierte Arzneimittel durch Präsident Trump drückte die Kurse von Eli Lilly, Pfizer, Merck & Co und Johnson & Johnson um bis zu 3,9 Prozent.
Demgegenüber verbuchten die "Glorreichen Sieben" der amerikanischen Technologieunternehmen – Amazon, Meta, Nvidia, Alphabet, Microsoft, Apple und Tesla – durchweg Kursgewinne, die zwischen 0,3 und 4,7 Prozent lagen.
Auch Delta Air Lines überraschte mit einem kräftigen Kurszuwachs von 6,0 Prozent. Die Airline konnte mit herausragenden Quartalszahlen punkten, entschied sich jedoch klugerweise für einen vorsichtigen Rückzug ihres Jahresausblicks. Analyst Tom Fitzgerald von TD-Cowen lobte diese Strategie und unterstrich die relative Stärke der Fluggesellschaft durch ihr diversifiziertes Ertragsportfolio und robuste Bilanz.

