Erhöhte Präsenz: Trump schickt Verstärkung nach Minneapolis
Die Trump-Regierung hat als Reaktion auf einen Vorfall, bei dem ein Beamter der Einwanderungsbehörde ICE in Minneapolis auf eine Frau geschossen hat, weitere Hunderte von Bundesbeamten in die Stadt entsandt. Diese Entscheidung soll die Sicherheit für die bereits in Minneapolis operierenden ICE-Beamten und Grenzschutzbeamten gewährleisten, erklärte Heimatschutzministerin Kristi Noem am Sonntag in einem Interview mit Fox News. Parallel dazu äußerte der demokratische Bürgermeister von Minneapolis, Jacob Frey, auf der Plattform X seine Kritik und forderte das Verlassen der ICE-Behörde aus Minnesota.
Das tödliche Ereignis in Minneapolis löste am Wochenende landesweit massive Proteste aus. Tausende Demonstrantinnen und Demonstranten gingen allein in Minneapolis auf die Straße, um gegen die Einwanderungsbehörde ICE und deren Einsätze zu protestieren. Auch in anderen US-Städten, darunter Los Angeles, Washington, Portland sowie Oakland, Nashville und New York, fanden zahlreiche Demonstrationen statt. Der Unmut der Teilnehmerinnen und Teilnehmer richtete sich insbesondere gegen die rigorose Migrationspolitik Trumps, die eine massive Abschiebungsaktion zum Ziel hat.
In Minneapolis und der benachbarten Stadt St. Paul sind derzeit mehr als 2.000 Bundesbeamte im Einsatz, um mutmaßlichen Betrug zu ermitteln, insbesondere im Umfeld der somalischen Gemeinschaft. Die demokratische US-Senatorin für Minnesota, Tina Smith, kritisierte die Abschiebeaktionen als Sicherheitsrisiko. Sie berichtete von chaotischen Zuständen vor Ort, durch die auch US-Bürger inhaftiert und in einem Fall sogar getötet wurden.
Im Mittelpunkt der Kontroversen steht der Fall der 37-jährigen US-Bürgerin Renee Nicole Good. Diese wurde von einem ICE-Beamten erschossen, nachdem sie angeblich die Straße blockiert hatte. Die Behörden behaupten, sie habe versucht, den Beamten zu überfahren, doch zahlreiche Stimmen, darunter auch Bürgermeister Frey, bezweifeln diese Darstellung. Videos zeigen, dass der Wagen von Good vom ICE-Beamten wegrichtete, als dieser schoss.
Senatorin Smith erhebt schwere Vorwürfe gegen die Regierung Trump, die ihrer Meinung nach versucht, den Vorfall zu vertuschen. Sie bezweifelt zudem die Unvoreingenommenheit der eingeleiteten Ermittlungen und kritisierte, dass die Regierung versuche, das öffentliche Narrativ zu lenken.

