Erhöhte Migration: Zahl der ukrainischen Kriegsflüchtlinge in Deutschland steigt
Die Anzahl der ukrainischen Flüchtlinge in Deutschland hat zuletzt wieder zugenommen, was auf gelockerte Ausreiseregeln für junge Männer zurückzuführen sein könnte. Ein weiterer Erklärungsansatz kommt vom sächsischen Innenminister Armin Schuster.
Nach Angaben des Bundesinnenministeriums lebten Mitte Oktober rund 1,26 Millionen Ukrainerinnen und Ukrainer in Deutschland, die seit dem russischen Angriff auf ihre Heimat eingereist sind. Diese Zahl ist gegenüber dem Vorjahr gestiegen, als rund 1,18 Millionen ukrainische Flüchtlinge in der Bundesrepublik lebten.
Besonders junge Männer verließen die Ukraine verstärkt, nachdem im August das Ausreiseverbot für Männer zwischen 18 und 22 Jahren aufgehoben wurde. Diese Maßnahme könnte zu einer temporären Zunahme der Migration aus der Ukraine nach Deutschland geführt haben, so das Bundesinnenministerium, das jedoch eine Abnahme der Zahlen in naher Zukunft nicht ausschließt.
Ukrainische Flüchtlinge müssen in Deutschland und anderen EU-Staaten keinen Asylantrag stellen. Die Massenzustrom-Richtlinie erlaubt ihnen eine schnelle Integration in den Arbeitsmarkt.
Eine Verlängerung dieser Regelungen bis März 2027 wurde bereits auf EU-Ebene entschieden. Im Koalitionsvertrag von Union und SPD ist vorgesehen, dass ukrainische Flüchtlinge, die nach dem 31. März 2025 ankommen, geringere Asylbewerberleistungen erhalten sollen.
Zugleich ermahnte Sachsen Innenminister Armin Schuster zur zügigen Umsetzung dieser neuen Regelung, da Polen kürzlich die Anforderungen für Ukrainer verschärft hat. Ukrainische Flüchtlinge sollen dort Sozialleistungen nur erhalten, wenn sie in Polen arbeiten und Steuern zahlen.

