Entspannung auf dem Immobilienmarkt: Bafin lockert Kreditvorgaben für Banken
Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) hat die Lockerung von Kreditvorgaben für Banken verkündet, da sich die Lage auf dem Wohnimmobilienmarkt nach ihrer Einschätzung entspannt hat. Somit könnten Banken künftig bessere Konditionen für Darlehen bei Wohnungen und Häusern bieten. Der Kapitalpuffer, der im April 2022 eingeführt wurde, um spezifisch Wohnimmobilien-Kredite abzusichern, wird von zwei auf ein Prozent reduziert. Ursprünglich hatten Bankenverbände vor einem Anstieg der Kosten im privaten Wohnungsbau aufgrund des Puffers gewarnt.
Seit Mitte 2022 sind die Preise für Wohnimmobilien spürbar gesunken, hauptsächlich durch den Zinsanstieg, der die Kreditkosten erhöhte. Dies führte dazu, dass viele Menschen sich den Kauf von Eigentum nicht mehr leisten konnten und Verkäufer ihre Preisforderungen reduzierten. Nun haben sich die Immobilienpreise stabilisiert.
Gleichzeitig weist die Bafin auf weiterhin bestehende "erhöhte Unsicherheiten" hin, die durch geopolitische Spannungen, Handelskonflikte und die schwächelnde Konjunktur Deutschlands hervorgerufen werden könnten. Dies könnte Auswirkungen auf den noch stabilen Arbeitsmarkt haben, was wiederum die Ausfallwahrscheinlichkeit bei Wohnimmobilienkrediten erhöhen könnte.
Darüber hinaus bleibt der antizyklische Kapitalpuffer für allgemeine Risiken unverändert bei 0,75 Prozent. Diese Quote orientiert sich an den risikogewichteten Aktiva eines Instituts. Dabei gilt: Je geringer das Risiko eines Vermögenswertes ist, desto weniger Eigenkapital muss die Bank hierfür bereitstellen. Laut Bafin verfügen die deutschen Banken über mehr als 20 Milliarden Euro an Kapitalpuffer, die im Krisenfall zur Stabilisierung des Kreditangebots herangezogen werden können.

