Energiewende auf hoher See: One-Dyas erhält grünes Licht für Gasbohrungen in der Nordsee
Der niederländische Energiekonzern One-Dyas hat grünes Licht für Erdgasbohrungen auf deutschem Hoheitsgebiet in der Nordsee nahe der Insel Borkum erhalten. Nach Angaben des Niedersächsischen Landesamts für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) wurde dem Antrag auf Sofortvollzug stattgegeben, was One-Dyas den sofortigen Beginn der Bohrarbeiten erlaubt. Die Genehmigung, die bereits im Vorjahr erteilt wurde, war bisher aufgrund einer Klage der Deutschen Umwelthilfe aufgeschoben.
Auf niederländischer Seite fördern die Aktivitäten von One-Dyas bereits seit März Ergebnisse, nachdem eine Testphase der Erdgasförderung eingeleitet wurde. Das Landesbergbauamt begründet den genehmigten Sofortvollzug durch ein „überwiegendes öffentliches Interesse an einer sicheren Energieversorgung“.
Derweil hegen Umweltverbände und Teile der niedersächsischen Landesregierung erhebliche Bedenken gegen die neuen Fördermaßnahmen, die in der Nähe des Nationalparks Wattenmeer angesiedelt sind. Die Anwohner der Insel Borkum blicken mit Sorge auf mögliche Umweltauswirkungen, die das benachbarte Unesco-Weltnaturerbe Wattenmeer treffen könnten. Die Plattform zur Förderung des Gases befindet sich etwa 20 Kilometer vor der Küste Borkums.

