Energiestreit um Transnistrien: Ein geopolitisches Puzzle
In der pro-russischen Separatistenregion Transnistrien, an der Grenze zur Ukraine, sorgt eine Energiekrise für Chaos. Nach dem Auslaufen eines Transitabkommens mit Russland verweigert die Ukraine die Durchleitung von Gas nach Transnistrien. Dadurch sind mehr als 51.000 Haushalte und 1.500 Wohngebäude ohne Heizung.
Traditionell wurde Transnistrien über die Ukraine mit russischem Gas beliefert, das nicht nur zum Heizen, sondern auch zur Stromerzeugung genutzt wurde. Diese Stromlieferungen deckten 80 % des Energiebedarfs Moldawiens. Doch seit dem Jahreswechsel und der Einstellung des Gastransits nach Zentral- und Osteuropa steht die Region im Energieschatten.
Die transnistrische Regierung informierte, dass 122 Siedlungen von der Gasversorgung getrennt sind. Schulen wurden angewiesen, nach den Winterferien nicht wieder zu öffnen. Präsident Vadim Krasnoselsky wies alle Schuld von sich und machte externe Faktoren verantwortlich.
Moldawiens pro-westliche Regierung strebt eine EU- und NATO-Mitgliedschaft an und beschuldigt Moskau, ihre Unabhängigkeit zu untergraben. Angebote zur Unterstützung der Separatisten mit Gas wies Krasnoselsky als "Lügen" zurück. Moldawien hingegen lastet die Krise Gazprom an, das Gaslieferungen wegen angeblicher Schulden eingestellt hat. Die Höhe der Schulden wird von beiden Seiten unterschiedlich beziffert, was die Lage weiter verkompliziert.
Inmitten des geopolitischen Tauziehens bleibt Transnistrien im Winterkältetief gefangen und die Bewohner werden aufgefordert, auf Feuerholz auszuweichen.

