Energiemarktriese trotzt Preisflaute: Totalenergies' Pläne im Fokus
Der französische Ölkonzern Totalenergies hat sich trotz der Herausforderungen durch gesunkene Ölpreise im dritten Quartal überaus resilient gezeigt. Dank dynamischer Förderaktivitäten im Bereich Erdöl und Erdgas konnte der Konzern Gegenwind in Rückenwind verwandeln. Die zuvor wegen fallender Preise reduzierten Investitionspläne weichen nun strategischen Verkäufen, welche im Abschlussquartal für milliardenschweren Umsatz sorgen sollen. Zudem plant Totalenergies, Anleger mit einer erhöhten Dividende und großzügigen Aktienrückkäufen bei Laune zu halten – dennoch gehörten die Aktien am Donnerstag zu den größten Verlierern im EuroStoxx 50. Gegen Mittag verzeichneten die Wertpapiere ein Minus von 2,5 Prozent, was Investoren, die bereits unter einem leichten Rückgang des Aktienkurses seit Jahresbeginn leiden, wenig erfreute. Ursprüngliche Kursgewinne im Frühjahr wurden durch einen Marktrückschlag im April zunichtegemacht, ausgelöst durch Handelskonflikte unter der Führung des US-Präsidenten, von dem sich der Kurs bislang kaum erholte.
Der Konzern zeigte sich jedoch über die Quartalsgewinne zufrieden; ohne Sondereffekte stabilisierte sich der bereinigte Gewinn bei 3,98 Milliarden US-Dollar, was einem Quartalsanstieg von elf Prozent entspricht – in Einklang mit den Erwartungen der Marktanalysten. Den Anteilseignern schenkt Totalenergies in Form einer Zwischendividende von 85 Cent pro Aktie erfreuliche Perspektiven, dies bedeutet eine Erhöhung um acht Prozent im Jahresvergleich. Ebenso wird die Umwandlung der American Depository Receipts in Stammaktien angekündigt, die ab Dezember 2025 an der NYSE notiert sein sollen. Ergänzend dazu fließen im letzten Quartal bis zu 1,5 Milliarden US-Dollar in den bereits im September beschlossenen Aktienrückkauf.
Experten zeigten sich in ersten Kommentaren moderat zufrieden mit der Performance von Totalenergies. Der Analyst Biraj Borkhataria von RBC unterstrich, dass der Konzern im Großteil die Erwartungen erfüllt habe; bemerkenswert seien der gestiegene Barmittelfluss und die verringerte Verschuldung. Die geplanten Verkäufe im vierten Quartal, darunter Transaktionen über zwei Milliarden Dollar in Nigeria und Norwegen sowie Beteiligungen im Bereich Erneuerbare Energien in Nordamerika und ein griechisches Stromprojekt, könnten entscheidende Einflussfaktoren für die finanzielle Zukunft von Totalenergies darstellen. Gleichzeitig plant der Konzern in den kommenden Jahren mit reduzierten Investitionsausgaben. Bis 2026 sollen diese auf netto etwa 16 Milliarden Dollar sinken, während für das aktuelle Jahr ein Investitionsvolumen von 17 bis 17,5 Milliarden Dollar vorgesehen ist.

