Energiemangel in Kiew: Ukraine greift zu Notstandsmaßnahmen
Angesichts des strengen Frosts und der erheblichen Energieknappheit hat die ukrainische Regierung unter Präsident Wolodymyr Selenskyj den Notstand für den Energiesektor erklärt. Ein neugegründetes Koordinationszentrum soll besonders die Versorgung der dreimillionenstarken Hauptstadt Kiew sicherstellen. Die Regierung mobilisiert zusätzliche Ressourcen, um die städtische Infrastruktur zu unterstützen. Auslöser der Maßnahme waren massive Ausfälle in den Versorgungsnetzen der Stadt nach einem russischen Luftangriff. Laut Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko blieben zu Beginn 6.000 Wohnblocks ohne Heizung, wovon mittlerweile noch 400 betroffen sind. Die niedrigen Temperaturen von minus 12 Grad tagsüber und 18 Grad in der Nacht sorgen für rasches Auskühlen der Gebäude. Die Stromversorgung in der Stadt ist äußerst eingeschränkt, was Klitschko als die bisher schwierigste Situation seit Kriegsbeginn beschreibt. Die humanitäre Krise habe in weiten Teilen zur Unbewohnbarkeit geführt, wie auch der Journalist Oleksyj Sorokin online feststellte. Der Notstand führt zu einem Wiederaufleben eines politischen Konflikts. Energieminister Denys Schmyhal kritisierte im Parlament Kiews mangelnde Vorbereitung und hob die Vorbereitungsarbeit der Stadt Charkiw positiv hervor. Zur Linderung der Lage plant die Regierung, die nächtliche Ausgangssperre zu lockern, um den Zugang zu rund 1.200 Aufwärmpunkten in der Stadt rund um die Uhr zu ermöglichen.

