Einladung zu einem Tanz auf diplomatischem Parkett: Trump und Xi im Gespräch
Ein Telefongespräch zwischen dem US-Präsidenten Donald Trump und dem chinesischen Staatschef Xi Jinping hat den Spannungspegel zwischen den Supermächten möglicherweise gesenkt, auch wenn feste Vereinbarungen ausblieben. Experten zufolge bleibt die Zukunft eines TikTok-Deals ungewiss.
Scott Kennedy vom Center for Strategic and International Studies betont, dass keine der beiden Seiten konkrete Abschlüsse der Verhandlungen verlautbart hat. Die Aussicht auf neue Exportkontrollen seitens der USA lasse China vorsichtig agieren, was die Verhandlungen verzögere. Es scheine, als ob Peking sich im aktuellen Rahmen wohler fühle als noch vor Monaten.
Bonnie Glaser vom German Marshall Fund hebt hervor, dass Trump spezifischere Informationen über den TikTok-Deal kommuniziert hat, Xi jedoch Taiwan unberührt ließ, möglicherweise im Lichte jüngster US-Entscheidungen zur Waffenlieferung.
Craig Singleton von der Foundation for Defense of Democracies sieht die Gespräche als chinesische Strategie, um die USA zu Verhandlungen nach chinesischen Bedingungen zu zwingen. Er warnt vor einer Verzögerungstaktik, die China nutze, um Zeit zu gewinnen und kurzfristige Gesten gegen strategische Vorteile zu tauschen.
William Yang von der International Crisis Group äußert, dass China eine Lockerung der US-Exportkontrollen erwartet, bevor konkrete Fortschritte in den Handelsgesprächen erzielt werden. Der Verzicht auf ein sofortiges Treffen in China unterstreiche den Wunsch der USA nach weiteren Verhandlungsrunden.
Danny Russel vom Asia Society Policy Institute beschreibt die Ergebnisse des Gesprächs als bescheiden und hebt hervor, dass ein ursprünglich geplanter, frühzeitiger Besuch Trumps in China auf nächstes Jahr verschoben wurde.
Patrick Cronin vom Hudson Institute weist darauf hin, dass der schwelende Wettbewerb zwischen den Mächten trotz momentaner Entspannung anhält. Selbst wenn beide Seiten öffentlich den Dialog suchen, brodele der große Machtkampf im Verborgenen weiter.
Der Rat von Ali Wyne von der International Crisis Group sorgt für eine langfristige Perspektive: Geplante Treffen bei künftigen Gipfeln könnten die Richtung der Beziehungen beeinflussen. Doch der fehlende Durchbruch in Sachen TikTok und der Verzicht auf die Lockerung einseitiger Handelsbeschränkungen könnten den Fortschritt gefährden.

