Einigung im Zollabkommen: Deutsche Autoaktien unter Druck
Die kürzlich erzielte Einigung im Zollstreit zwischen der Europäischen Union und den USA hat zunächst für Erleichterung bei Investoren im Autosektor gesorgt, bis am Montag die Kurse rasch ins Minus drehten. Aktien von BMW, Mercedes-Benz, Porsche AG, Porsche SE und Volkswagen, die anfänglich positiv reagierten, gaben letztlich nach, und BMW fand sich mit einem Minus von 1,8 Prozent am Ende des DAX wieder. Der deutsche Leitindex beendete den Tag dennoch mit einem leichten Plus.
Ursache für die anfängliche Euphorie war die neue Vereinbarung, die die Zölle transparenter gestaltet und somit für eine gewissen Erleichterung sorgt. Konkret einigten sich die USA und die EU auf einen Basiszoll von 15 Prozent auf europäische Importe, einschließlich der Automobilbranche. Diese Nachricht könnte zumindest kurzfristig für etwas mehr Vorhersehbarkeit sorgen, aber Marktteilnehmer bleiben skeptisch.
Expertenmeinungen variieren in ihrer Einschätzung des Abkommens. Marktexperte Andreas Lipkow kritisierte die Disbalance zugunsten des US-Marktes und deutete an, dass die Vereinbarungen für deutsche Autobauer weniger vorteilhaft seien. Jochen Stanzl von CMC Markets sieht in den Abmachungen die Handschrift der "America First"-Politik fortdauern. Valentin Jansen von der Landesbank NordLB zeigte sich hingegen etwas optimistischer und verwies darauf, dass die Einigung ein positives Signal für die europäische Autobranche setzt.
Die Tatsache, dass Fahrzeuge aus den USA fortan zollfrei in die EU importiert werden dürfen, unterstreicht die Herausforderungen, denen sich die deutschen Automobilhersteller stellen müssen. Insgesamt bleibt abzuwarten, wie sich diese Neuerungen langfristig auf die Marktposition auswirken werden.

