Einigung im Tarifkonflikt: Berliner Verkehrsbetriebe und Verdi schaffen Durchbruch
Im langwierigen Tarifstreit bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) ist ein entscheidender Durchbruch gelungen. Beide Parteien erzielten eine Einigung, über die nun die Mitglieder der Gewerkschaft abstimmen müssen.
Die Verdi-Tarifkommission steht geschlossen hinter dem Angebot der Arbeitgeberseite und empfiehlt den Mitgliedern eine Zustimmung. Auch die Gremien der BVG sind aufgerufen, den Abschluss abzunicken. Die Mitgliederbefragung wird in Kürze starten und soll bis zum 28. April abgeschlossen sein.
Sollte die erforderliche Zustimmung von mindestens 25 Prozent der Mitglieder erfolgen, ist der Tarifkonflikt endgültig beigelegt. Damit sind weitere Warnstreiks vorerst abgewendet – sehr zur Erleichterung der Fahrgäste, die in den letzten Monaten durch wiederholte Streikaufrufe seitens Verdi, deren Wirkung die BVG an mehreren Tagen lahmlegte, beeinträchtigt wurden.
BVG-Personalvorständin Jenny Zeller-Grothe äußerte ihre Erleichterung über die erzielte Einigung: „Ich freue mich, dass wir nach intensivem Ringen einen tragfähigen Kompromiss gefunden haben, der alle Seiten zufriedenstellt. Der finanzielle Aufwand des Abschlusses ist beachtlich, doch gemeinsam werden wir ihn verantwortungsvoll bewältigen, um unseren Fahrgästen weiterhin ein verlässliches Angebot zu garantieren.“
Verdi-Verhandlungsführer Jeremy Arndt hob hervor, dass die erzielte Einigung das Ergebnis der Stärke und Entschlossenheit seiner Gewerkschaft sei. Aus seiner Sicht liege das Angebot deutlich über den Tarifabschlüssen anderer Branchen in diesem Jahr.
Der zentrale Punkt der Verhandlungen betraf die Erhöhung des Grundgehalts, um das sich die Diskussionen in der entscheidenden siebten Runde drehten. Ursprünglich forderte Verdi eine Erhöhung um 750 Euro monatlich, doch der nun erzielte Kompromiss sieht eine Anhebung um 430 Euro vor. Diese Anpassung tritt rückwirkend ab Januar 2025 in Kraft und hat eine Laufzeit von zwei Jahren.
Die erste Gehaltserhöhung um 380 Euro wird ab dem 1. Juni dieses Jahres umgesetzt, gefolgt von weiteren 50 Euro im darauffolgenden Jahr. Zudem wurde eine einmalige Zahlung von 1.500 Euro für die ersten fünf Monate des Vertrags vereinbart, zusammen mit Anpassungen bei den Fahrdienst- und weiteren Zulagen sowie beim Weihnachtsgeld.
Da sich die Tarifkommission für die Annahme des Kompromisses ausgesprochen hat, wird ein positives Votum der Mitglieder als wahrscheinlich angesehen. Neue Streiks scheinen somit ausgeschlossen – zumindest bis Ende des Jahres, wenn der bestehende Manteltarifvertrag auslaufen wird, der die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten regelt.

