Ein ungelöstes Problem: Leere Mehrwegflaschen in deutschen Städten
In zahlreichen deutschen Städten mehren sich Berichte über zurückgelassene leere Mehrweg-Glasflaschen im öffentlichen Raum. Insbesondere in Metropolen wie Hamburg, Köln, Frankfurt und Düsseldorf werfen Straßenfeste und Picknick-Nachmittage immer häufiger die Frage nach der Entsorgung dieser Flaschen auf—mit oft unbefriedigender Antwort.
Der Trend zeigt sich besonders bei Flaschen mit einem Pfand von acht Cent, die nach Veranstaltungen vermehrt einfach liegengelassen werden. Die Stadtwerke und kommunalen Entsorger betonen, dass viele dieser Flaschen verbrannt werden müssen, da sie entweder beschädigt oder schlicht zu stark verschmutzt sind. Zugleich scheint der Anreiz zur Rückgabe für viele Verbraucher sinkend zu sein.
Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) kritisiert die gegenwärtige Pfandsituation. Laut VKU meiden sogar Pfandsammler die schweren Glasflaschen, da der Anreiz durch den geringen Pfandwert fehle. Als mögliche Lösung wird eine Erhöhung des Pfandbetrags vorgeschlagen, um eine höhere Rücklaufquote zu erzielen und die Straßen von Altlasten zu befreien.
Dieser Vorschlag wird jedoch nicht von allen geteilt. Der Arbeitskreis Mehrweg hält eine Reform der Pfandregelung für unnötig. Die Rückgabequote, so ein Sprecher, sei weiterhin hoch. Es gebe lediglich vereinzelte Flaschen, die vor allem in städtischen Gebieten liegen blieben. Die Diskussion über Pfandflaschen spiegelt damit auch die unterschiedlichen Ansätze und Perspektiven wider, wie man den Herausforderungen einer kreislauforientierten Wirtschaft begegnen könnte.

