Edelmetallmärkte im Aufwind: Deutsche Anleger stürmen Händler
Der rasante Preisanstieg bei Gold und Silber hat zu einem erheblichen Run auf Edelmetallhändler in Deutschland geführt. Insbesondere das Silbergeschäft erlebt derzeit Engpässe bei der Lieferung von Barren und Anlagemünzen. Diese Entwicklungen berichten die BayernLB und Pro Aurum, zwei bedeutende Handelsinstitutionen des Landes. Der Goldkurs erlebte am Mittwoch einen bemerkenswerten Anstieg, befeuert durch Äußerungen des damaligen US-Präsidenten Donald Trump sowie die Schwäche des US-Dollars.
Der Wert einer Unze Gold erreichte dabei einen Rekord von 5.311 US-Dollar, was einem Plus von zwei Prozent im Vergleich zum Vortag entspricht. In den letzten anderthalb Wochen kletterte der Goldkurs um nahezu 700 Dollar, ein bemerkenswerter Zuwachs um rund 15 Prozent. Silber verzeichnete seit Jahresbeginn jedoch eine noch drastischere Entwicklung: Der Preis kletterte auf über 113 Dollar je Unze, was einer Steigerung von mehr als 50 Prozent entspricht. Zum Vergleich: Gold legte in der gleichen Zeitspanne "nur" um etwa 22 Prozent zu.
Michael Eubel, Leiter des Edelmetallgeschäfts bei der BayernLB in München, beobachtet eine Verdopplung der Nachfrage. Anstatt der durchschnittlichen 2.500 Anfragen pro Tag verzeichnet die Bank derzeit etwa 5.000. Während die BayernLB selbst nicht direkt an Privatkunden verkauft, beliefert sie Banken, Sparkassen und Unternehmen mit Gold und Silber. Insbesondere im Silbersegment berichten Händler von Lieferengpässen bei Barren sowie bei populären Münzen wie dem australischen "Känguru" und dem österreichischen "Wiener Philharmoniker". Die drei führenden Anlageprodukte in Silber auf dem deutschen Markt umfassen neben diesen die südafrikanische Krügerrand und den kanadischen Maple Leaf.
Silberbarren in Kilogrammgröße haben mittlerweile Lieferzeiten von sechs bis acht Wochen, und kleinere Barren sind nur noch schwer zu beschaffen. Auch die Scheideanstalten kämpfen mit den Herausforderungen der Rohsilberbeschaffung. Pro Aurum berichtet von einem regen Kundenansturm und verzeichnete seit Januar 2025 einen Zuwachs im Goldgeschäft um zwanzig Prozent, während der Silberhandel sich sogar verdreifachte.
Der Preisanstieg bei Gold wird weitgehend durch geopolitische Unsicherheiten und die Angst vor politischen Entwicklungen in den USA angetrieben. Auch Zentralbanken kaufen vermehrt Gold, um ihre Reserven zu stärken. Der Silberpreis hingegen wird von Chinas Exportkontrollen beeinflusst, die Anfang Januar erlassen wurden, um das Edelmetall für die heimische Industrie zu reservieren. Privatkunden und institutionelle Investoren verstärken die Nachfrage nach Silber, doch Marktexperten erkennen hierin eine grundlegende Veränderung des Marktes, nicht bloß eine Spekulationsblase.

