DWS stimmt Bußgeld wegen Greenwashing-Vorwürfen zu
Die Deutsche-Bank-Fondsgesellschaft DWS sieht sich mit einer erheblichen Geldbuße konfrontiert, die von der Staatsanwaltschaft Frankfurt wegen „Greenwashing“-Vorwürfen verhängt wurde. Die Ermittler erheben den Vorwurf, die DWS habe ihre „grünen“ Finanzprodukte ökologischer dargestellt, als sie in Wahrheit waren. Die den Kapitalanlagebetrug betreffenden Untersuchungen führten zu einer Geldstrafe von 25 Millionen Euro.
Bereits in der Vergangenheit hatte DWS zugegeben, ihr Marketing sei stellenweise überschwänglich gewesen. Das Unternehmen betont nun, dass es bereits Schritte zur Verbesserung der internen Dokumentations- und Kontrollprozesse unternommen habe, und verspricht, diesen Weg konsequent weiter zu beschreiten.
Das steigende Interesse an nachhaltigen Investments wächst konstant, nicht zuletzt aufgrund von EU-Regelungen, die Investitionen in umweltfreundliche Projekte forcieren. Dennoch bleiben die genauen Definitionen für nachhaltige Geldanlagen oft unklar. Die Staatsanwälte durchsuchten mehrmals die Räumlichkeiten der DWS in Frankfurt auf der Suche nach Beweismaterial.
DWS hat die Vorwürfe stets bestritten, unternahm jedoch im Juni 2022 einen Führungswechsel: Stefan Hoops von der Deutschen Bank übernahm die Leitung von Asoka Wöhrmann. Zwischen Mitte 2020 und Ende Januar 2023 hatte DWS intensiv für Produkte mit Umwelt- und Sozialfokus geworben, die als ESG-Produkte bekannt sind.
Trotz der rechtskräftigen Vorwürfe in Deutschland bleibt DWS auch in den USA unter Beobachtung. Die US-Börsenaufsicht SEC verhängte Ende September 2023 eine Geldstrafe von 25 Millionen Dollar wegen ähnlicher Vorwürfe. Das Unternehmen hatte gegen Anti-Geldwäsche-Richtlinien verstoßen und Falschinformationen über ESG-Investitionen angegeben.

