Dunkle Wolken über europäische Nachtzugverbindungen: Finanzkürzungen bedrohen Paris-Berlin-Linie
Die europäischen Nachtzugverbindungen stehen vor einer schweren Herausforderung. Die Verbindung zwischen Paris und Berlin sowie die Strecke von Paris nach Wien sind von einer Einstellung bedroht, wie die französische Zeitung «Le Monde» unter Berufung auf das Transportministerium und die französische Staatsbahn SNCF berichtete. Grund für das drohende Aus ist der Entfall der bisherigen Finanzhilfen aus Frankreich, der mit dem kommenden Fahrplanwechsel wirksam wird. Der französische Staat fordert von der SNCF Rentabilität, die derzeit nur unter großen Anstrengungen erreicht werden kann.
Hinter den Kulissen wurde diesen Sommer entschieden, die finanzielle Unterstützung für die Nachtzüge zu streichen, nachdem das Budget für 2026 kommuniziert wurde. Die Staatsverschuldung Frankreichs und politische Unruhen erschweren die Lage, was zu Einsparungen zwingt.
Gleichzeitig regt sich Widerstand: Die Initiative «Oui au train de nuit!» sammelte innerhalb kürzester Zeit fast 15.000 Unterschriften für den Erhalt der Nachtzüge. Kritik an der aktuellen Situation gibt es zuhauf. Zwar wurden die Nachtzüge versprochen, täglich zu verkehren, doch tatsächlich fahren sie nur dreimal wöchentlich. Zudem sind die Züge im Buchungsportal SNCF Connect schwer auffindbar, was die Buchung für Reisende erheblich erschwert. Die Initiative plant zudem weitere Aktionen, um auf die wichtig empfundene Thematik aufmerksam zu machen – eine angekündigte Demonstration vor dem Gare de L'Est in Paris ist nur der Anfang dieser Bemühungen.

