Drohnenvorfall belastet estnische Felder: Ukraine-Kampfdrohne stürzt nach Abwehrmaßnahmen ab
Ein kurioser und brisanter Zwischenfall sorgt derzeit im Baltikum für Aufsehen: Eine ukrainische Kampfdrohne, die ursprünglich russische Ziele ins Visier genommen hatte, stürzte auf estnischem Territorium ab. Der Chef der estnischen Sicherheitspolizei, Margo Palloson, bestätigte gegenüber dem estnischen Rundfunk ERR die Absturzmeldung, die sich mutmaßlich bereits am frühen Sonntagmorgen ereignete. Klar sei, dass es sich um ein ukrainisches Fluggerät handelte und keine russische Drohne beteiligt war.
Die Ereignisse nehmen ihren Lauf, als die Ukraine in der Nacht zu Sonntag einen Angriff auf ein russisches Öl- und Gasterminal im Ostseehafen Ust-Luga durchführte. Am Montag entdeckte ein estnischer Landwirt im Kreis Tartu die Überreste der abgestürzten Drohne sowie einen erheblichen Explosionskrater auf seinem Feld. Die genaue Ursache des Absturzes bleibt ungeklärt, doch es wird vermutet, dass russische elektronische Abwehrmaßnahmen die Drohne fehlleiteten. Eine Frage, die noch im Raum steht, ist der exakte Eintrittspunkt des Fluggeräts in den estnischen Luftraum, sei es aus Lettland oder Russland.
Verteidigungsminister Hanno Pevkur bringt es auf den Punkt: Solche Vorfälle seien ein direktes Resultat des anhaltenden Krieges zwischen Russland und der Ukraine und die damit verbundene Verteidigungsstrategie Kiews. Inmitten dieses drohnenintensiven Schlagabtauschs drohen fehlgeleitete unbemannte Flugkörper zu einer wachsenden Gefahr auch für andere Nachbarländer zu werden. Bereits in der Vergangenheit wurden russische Drohnen in den Lufträumen Polens, Litauens und Lettlands gesichtet, ebenso wie in Rumänien und Moldau. Für Estland jedoch markiert dieser Zwischenfall ein Novum.

