Krieg

Drohnen überschatten Start von Petersburger Wirtschaftsforum

03. Juni 2026, 11:34 Uhr · Quelle: dpa
Ukraine-Krieg - St. Petersburg
Foto: Ulf Mauder/dpa
In weiten Teilen der Millionenstadt an der Newa waren nach dem ukrainischen Angriff Rauchschwaden zu sehen.
Putin will bei einem Wirtschaftsforum der Welt demonstrieren, wie gut Russland trotz Krieg dasteht. Der Start zumindest geriet zu einer Demonstration ukrainischer Drohnenmacht.

Kiew/St. Petersburg (dpa) - Die Ukraine hat direkt vor Beginn eines wichtigen internationalen Wirtschaftsforums in St. Petersburg die Millionenstadt an der Ostsee massiv mit Drohnen attackiert. Eingeschlagen seien sie im Ölterminal des Petersburger Hafens, teilte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nach den Attacken mit. «Auch rein militärische Ziele im Stützpunkt Kronstadt wurden getroffen». Kronstadt, eine St. Petersburg vorgelagerte Insel, ist ein wichtiger Militärstandort und dient der russischen Ostseeflotte als Basis.

Selenskyj bezeichnete die Einschläge als «gutes Resultat» der gemeinsamen Arbeit von Drohneneinheiten verschiedener Truppengattungen und Geheimdienste. Die Ziele lägen fast 1.100 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt, betonte er. Laut dem Chef der ukrainischen Drohnentruppen, Robert Browdi, haben die Drohnen dabei auch die Korvette «Bojki» der russischen Kriegsflotte in Brand gesetzt.

Wichtiges Forum für Putin

In St. Petersburg startet heute das Internationale Wirtschaftsforum SPIEF. Kremlchef Wladimir Putin ist Gastgeber bei dem glanzvoll für Gäste aus aller Welt inszenierten Forum. Die russische Führung erwartet auch Unternehmer und Wirtschaftsvertreter aus westlichen Staaten. Aus Deutschland besuchen daneben Politiker der AfD das Forum. 

In weiten Teilen der Millionenstadt an der Newa konnten die Einwohner nach dem ukrainischen Angriff Rauchschwaden sehen. Im Internet kursieren Bilder und Videos von einfliegenden Drohnen, Einschlägen in den Ölzisternen am Hafen und riesigen in den Himmel steigenden Rauchsäulen.

Russische Behörden machen wenige Angaben zu Folgen

Die russischen Behörden hatten in der Nacht Luftalarm gegeben. Der Gouverneur von St. Petersburg, Alexander Beglow, bestätigte später bei Telegram den Angriff auf Infrastrukturanlagen. «Es sind einige Objekte beschädigt worden. Momentan läuft die Beseitigung der Folgen.» Konkrete Angaben zu den Schäden machte er nicht. Alle Einsatzkräfte sind seinen Angaben nach in erhöhter Bereitschaft. 

Beglow schrieb zudem, dass mehrere Menschen Verletzungen erlitten hätten. Es gebe aber keine Toten, betonte er. Im Umland der Millionenstadt haben Drohnentrümmer zudem Behördenangaben nach vier Einfamilienhäuser leicht beschädigt. 

Luftalarm in den Nachbarländern

Wegen des Angriffs auf St. Petersburg gab es auch Luftalarm in den benachbarten baltischen Staaten Estland und Lettland sowie in Finnland. Der finnische Verteidigungsminister Antti Häkkänen sagte der Zeitung «Iltalehti», sein Land habe in der Nacht zum Mittwoch Hornet-Flugzeuge ausgeschickt, um den finnischen Luftraum zu überwachen. 

Häkkänen sprach von einer «normalen Aufrechthaltung der Bereitschaft». Es seien keine ukrainischen Drohnen in den finnischen Luftraum eingedrungen. «Wir beobachten die Lage weiter», sagte Häkkänen der Zeitung.

Treffer in anderen Regionen

Die Ukraine hat in der Nacht auch andere russische Regionen angegriffen. Das russische Militär hat eigenen Angaben nach dabei 354 Drohnen abgefangen. Einschläge gab es dennoch. 

In der westrussischen Region Smolensk berichtete der Gouverneur vom Tod zweier Mitarbeiter des Katastrophenschutzes. Zwei weitere erlitten demnach Verletzungen. In der von Russland annektierten Region Donezk starben mindestens sieben Menschen, als eine Drohne in einen Bus einschlug, elf weitere wurden verletzt.

Selenskyj selbst bestätigte den Angriff auf ein Rüstungsunternehmen in der Großstadt Mitschurinsk: «Ein weiteres Ziel war ein Unternehmen in der Region Tambow, das an der Produktion russischer Rüstungsgüter beteiligt ist», schrieb er. Medienberichten zufolge handelt es sich dabei um eine Fabrik, die auch Raketentechnik produziert.

Krieg / Konflikte / Öl / Ukraine / Russland / St. Petersburg / SPIEF
03.06.2026 · 11:34 Uhr
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