Drastische US-Zolltarife: Schweizer Tech-Industrie in Turbulenzen
Die Schweiz steht vor einer immensen Herausforderung: Die neu verhängten US-Zölle in Höhe von 39 Prozent treffen das Land so hart wie kaum ein anderes. Swissmem, der Industrieverband der Tech-Industrie, beschreibt die Lage als 'Horrorszenario'. Die gravierende Belastung könnte das Exportgeschäft der Schweizer Tech-Industrie in die USA erheblich beeinträchtigen, da die Zollsätze für die Konkurrenz aus der EU und Japan deutlich günstiger sind.
Auch das Schweizer Kabinett erkennt die Brisanz der Lage und hat eine Krisensitzung einberufen. Der Wirtschaftsdachverband Economiesuisse drängt auf schnellstmögliche Verhandlungen zur Senkung der Zölle und fordert Maßnahmen zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts. Ziel ist es, eine rasche Lösung zu finden, um den Schaden zu minimieren.
Einigkeit zeigen auch Bundespräsidentin Karin Keller-Sutter und Wirtschaftsminister Guy Parmelin, die mittlerweile von Gesprächen in Washington zurückgekehrt sind. Trotz diplomatischer Bemühungen blieben ihre Begegnungen mit dem US-Außenminister ergebnislos. Die USA wiesen darauf hin, dass es in den Gesprächen vor allem um Verteidigungskooperationen und eine ausgeglichene Handelsbeziehung ging, die dem amerikanischen Volk nutzen soll.
Mit den USA als wichtigstem Handelspartner – knapp 18 Prozent der Schweizer Exporte gingen 2022 über den Atlantik – steht viel auf dem Spiel. Die neu eingeführten Zölle könnten zehntausende Arbeitsplätze gefährden. US-Präsident Donald Trump hat die Zölle mit einem erheblichen Handelsdefizit begründet, das bei Waren etwa 39 Milliarden Franken beträgt und bei Einbeziehung des Dienstleistungshandels auf die Hälfte schrumpft.

