Dramatischer Zeugenauftritt im Wirecard-Prozess: Insolvenzverwalter Jaffé im Fokus
Im aufsehenerregenden Wirecard-Prozess um den Großbetrug beim ehemaligen Dax-Schwergewicht steht heute eine entscheidende Zeugenbefragung an. Der Insolvenzverwalter Michael Jaffé wird im Gerichtssaal erwartet und könnte mit seiner Aussage die Entwicklungen im Fall des ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Markus Braun maßgeblich prägen. Braun, der seit fast fünf Jahren in Untersuchungshaft verweilt, hofft auf neue Erkenntnisse, die seine Position stärken könnten.
Die Arbeit von Michael Jaffé ist ebenso intensiv wie komplex, denn er bemüht sich unermüdlich darum, die Verluste der Gläubiger zu minimieren. Gleichzeitig bleibt die zentrale Frage im Raum: Wer steckt hinter dem gewaltigen Betrugsskandal, der den Konzern ruinierte, nachdem 1,8 Milliarden Euro in den Bilanzen unauffindbar waren? Die Staatsanwaltschaft ist davon überzeugt, dass das Geld nie existierte und es sich um Scheingeschäfte handelt. Braun wird als Schlüsselfigur der kriminellen Machenschaften dargestellt.
Der österreichische Ex-Manager weist jedoch alle Anschuldigungen von sich und sieht sich als ahnungsloses Opfer einer Intrige. Seinen Angaben zufolge waren die Geschäfte real, und die verlorenen Milliarden seien von wahren Übeltätern, insbesondere dem verschwundenen Vertriebsvorstand Jan Marsalek, veruntreut worden. Doch bisher hat Jaffé keine Spuren der ominösen Summe aufdecken können. Diese Aspekte dürften in der heutigen Zeugenvernehmung von entscheidender Bedeutung sein.

