Dramatische Knappheit an Lkw-Parkplätzen: ACE schlägt Alarm
Die Lage auf Deutschlands Autobahnen spitzt sich zu: Das akute Fehlen von Lkw-Stellplätzen stellt eine erhebliche Verkehrsgefährdung dar, warnt der Auto Club Europa (ACE) nach einer umfassenden Kontrolle an Rastanlagen. Durchgeführt vom 15. April bis zum 3. Juni, zählte der Verkehrsclub die Anzahl der Lastwagen, die abends ab 20.30 Uhr an den Autobahnen parken. Besonders in Ostdeutschland, etwa auf dem südlichen Berliner Ring (A10) und der A24 in Mecklenburg-Vorpommern, zeigte sich die Parksituation als besonders kritisch.
Der Vorstandssprecher des Bundesverbands Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung (BGL), Dirk Engelhardt, beschreibt das Ringen um Stellplätze bereits ab dem frühen Nachmittag als 'Kleinkrieg'. Auf Bundesebene ist die Erhöhung der Stellplatzanzahl seit 2018 in vollem Gange, doch die Maßnahmen schaffen offenbar nur unzureichend Abhilfe.
Der ACE offenbart, dass an 31 überwachten Rastanlagen Ostdeutschlands 2.168 Lkw gezählt wurden, obwohl nur 1.412 Stellplätze bereitstanden—eine Überfüllung von etwa 50 Prozent. Auf 21 dieser Rastanlagen wurden zudem erhebliche Verkehrsgefährdungen festgestellt, insbesondere durch Lkw, die die Ein- und Ausfahrten blockieren oder auf Stellflächen für Pkw parken. Positiv vermerkt der ACE, dass keine Lkw auf dem Autobahn-Seitenstreifen abgestellt worden seien.
Besonders die Rastanlagen Fichtenplan Süd (A10) und Stolpe Nord (A24) fielen aufgrund massiver Verkehrsgefährdungen negativ auf. Die Erhebung erfolgte im Vorfeld des 'Tags der Verkehrssicherheit' am 21. Juni und umfasste Montags- bis Freitagszählungen. Die landesweiten Ergebnisse sind für den 18. Juni angekündigt.
Während der BGL auch auf das Problem fehlender sanitären Anlagen hinweist, droht zudem eine Verschärfung durch den Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektro-Lkw. Die Umstellung bedeutet, dass zwei Stellplätze mit Ladesäulen drei ohne Ladesäulen ersetzen könnten.
Der Verband sieht den Mangel weitaus kritischer, als es die offiziellen Zahlen vermuten lassen, und fordert eine dezidierte Intervention des Verkehrsministeriums. Telematische Parksysteme und neue Gewerbegebiete mit zwingenden Stellplatzvorgaben werden als mögliche Abhilfen genannt.

