Digitale Isolation: Irans Regierung setzt auf Internetsperren zur Unterdrückung der Proteste
Im Zuge landesweiter Demonstrationen hat die iranische Regierung zum vierten Mal in Serie den Zugang zum Internet blockiert. Wie die Organisation Netblocks, die sich auf die Überwachung von Netzsperren spezialisiert hat, am Morgen über die Plattform X mitteilte, bestehen die Internetsperren nunmehr seit über 60 Stunden. Diese Zensurmaßnahmen werden als eine ernsthafte Gefahr für die Sicherheit und das Wohlergehen der iranischen Bevölkerung angesehen.
Die Regierung verfolgt mit der Blockade des Internets das Ziel, die Kommunikation zwischen den Demonstrierenden zu erschweren. Gleichzeitig soll die Verbreitung von Berichten, Fotos und Videos der Proteste verhindert werden. Diese Maßnahmen nähren die Besorgnis, dass die Führung in Teheran – wie in der Vergangenheit – das digitale Blackout ausnutzen könnte, um die Proteste gewaltsam niederzuschlagen.
Trotz der fast vollständigen Internetsperre und den damit verbundenen Kommunikationshindernissen, vermeldet das Menschenrechtsnetzwerk HRNA, das seinen Sitz in den USA hat, dass am Samstagabend in 185 Städten des Iran erneut Demonstrationen stattfanden. Die Zahl der bei den seit beinahe zwei Wochen anhaltenden Massenprotesten getöteten Personen ist Berichten zufolge auf insgesamt 116 gestiegen.

