Digitale Herausforderungen: Deutsche Internetnutzer und der Kampf mit Fake News
Eine kürzliche Untersuchung des Digital-Branchenverbands Bitkom offenbart ein beunruhigendes Bild: Lediglich 26 Prozent der deutschen Internetnutzer fühlen sich in der Lage, Fake News im Netz zu entlarven. Die Erhebungen verdeutlichen, dass die Fähigkeit, Informationen kritisch zu hinterfragen, stark altersabhängig ist. Besonders bei den 16- bis 29-Jährigen zeigt sich ein gewisser Lichtblick mit 32 Prozent, die sich dieser Aufgabe gewachsen fühlen. In der Altersgruppe der über 75-Jährigen hingegen sind es nur noch 7 Prozent.
Die Herausforderungen bei der Identifizierung manipulierter visueller Inhalte erweisen sich als noch größer. Nur 17 Prozent der Befragten geben an, in der Lage zu sein, die Authentizität von Bildern oder Videos zu überprüfen. Interessanterweise schätzen sich nur 22 Prozent der jüngeren Nutzer als medienkompetent genug ein, während dieser Anteil bei den älteren Internetnutzern auf elf Prozent herabsinkt.
Trotz dieser Unsicherheiten zögert ein Großteil der Nutzer nicht, Informationen ohne vorherige Überprüfung weiterzuverbreiten. Lediglich 44 Prozent überprüfen in der Regel die Informationen im Internet, bevor sie sie mit anderen teilen. Dieses Verhalten variiert ebenfalls je nach Altersgruppe: Zwischen 16 und 29 Jahren tun dies 48 Prozent, während es in der Altersgruppe ab 75 Jahren nur 36 Prozent sind.
Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder unterstreicht die dringende Notwendigkeit, die Digitalkompetenzen der Bevölkerung zu stärken. Er drängt auf einen verantwortungsvollen Umgang im digitalen Raum, da Medienkompetenz als essenzielle Grundlage für Selbstbestimmung und demokratische Teilhabe gilt. Vor dem Hintergrund des bevorstehenden Digitaltags am 27. Juni hebt Rohleder die geplanten 2.000 Aktionen zur Förderung digitaler Fähigkeiten und zur Stärkung der digitalen Teilhabe hervor.

