Dieter Zetsche zurück vor Gericht: Ehemaliger Daimler-Chef weist Vorwürfe entschieden zurück

In einem brisanten Verfahren vor dem Oberlandesgericht Stuttgart hat sich der ehemalige Daimler-Chef Dieter Zetsche energisch gegen schwerwiegende Anschuldigungen gewehrt. Im Zeugenstand machte Zetsche deutlich, dass er die Kernvorwürfe der Klägerseite für 'schlicht falsch' halte. Dabei ging es um die Frage, ob der damalige Vorstand bewusst entschieden habe, Abgasnormen zu umgehen und illegale Abschalteinrichtungen in Dieselfahrzeugen zu installieren.
Zetsche, der in seiner Aussage ausführlich auf die Arbeit des Vorstands einging, versicherte, dass man sich intensiv mit strategischen Fragen auseinandergesetzt habe. Der Fokus habe insbesondere auf wirtschaftlichen, organisatorischen und finanztechnischen Aspekten gelegen. Themen wie die Einhaltung von Zulassungsvorschriften seien jedoch nie auf der Agenda der Vorstandssitzungen gestanden, erinnerte er sich.
Die leidige Dieselaffäre, die 2015 durch den Skandal um Volkswagen ins Rollen gebracht wurde, hat weiterhin weitreichende Auswirkungen. Investoren beschuldigen den renommierten Stuttgarter Automobilkonzern, sie nicht rechtzeitig über abgasrelevante Themen informiert zu haben und fordern Schadensersatz für entstandene Verluste. Mercedes beharrt derweil darauf, weder derartige Vorstandsbeschlüsse gefasst noch unzulässige Abschalteinrichtungen verwendet zu haben.

