Die Schweizerische Nationalbank senkt Zielzins auf Null
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat angekündigt, ihren Leitzins um ein Viertelprozentpunkt auf null zu senken, nachdem sich die Inflationsdrücke in der Schweizer Wirtschaft abgeschwächt haben. Zuvor hatte die Inflationsrate im Mai einen leichten Rückgang in den negativen Bereich verzeichnet, im Vergleich zu Februar.
Diese Entscheidung erfolgt in einem Umfeld, in dem viele westliche Staaten mit ihren geldpolitischen Richtlinien ringen. Während die Preise in zahlreichen Regionen gefallen sind, sorgen politisch instabile Lagen, vor allem Konflikte im ölreichen Nahen Osten, sowie US-Zölle für Unruhe auf den Finanzmärkten.
Die SNB führt den Rückgang der Inflation in erster Linie auf sinkende Preise im Tourismus- und Ölsektor zurück. Sie prognostiziert für dieses Jahr eine jährliche Inflation von 0,2 %, welche im nächsten Jahr auf 0,5 % steigen soll. Bis 2027 wird mit einem weiteren Anstieg auf 0,7 % gerechnet, sofern der Leitzins unverändert bleibt.
In ihrem Basisszenario erwartet die SNB zudem eine Abschwächung des globalen Wirtschaftswachstums in den kommenden Quartalen. Hingegen soll in den USA die Inflation zunehmen, während in Europa mit weiterem Rückgang des Inflationsdrucks zu rechnen ist.
Der wirtschaftliche Aufschwung in der Schweiz im ersten Quartal war stark, vor allem weil Unternehmen ihre Exporte in die USA beschleunigt haben, um potenziellen zukünftigen US-Zöllen zuvorzukommen, die ausländische Waren für amerikanische Verbraucher verteuern könnten.
Die Federal Reserve der USA hat am Mittwoch ihren Schlüsselzins unverändert belassen, während sie noch auf weitere Informationen wartet, wie Zölle und andere mögliche Störungen die Wirtschaft in diesem Jahr beeinflussen werden. Der US-Präsident Donald Trump hat die Fed dazu gedrängt, die Zinsen zu senken, in der Hoffnung, die US-Wirtschaft anzukurbeln.

