Die Nintendo Switch 2 bekommt ein reparierbares Modell für Europa, und das könnte erst der Anfang sein
Die Nintendo Switch 2 hat seit ihrem Launch die Erwartungen übertroffen und zählt längst zu den gefragtesten Konsolen der Gegenwart. Doch Nintendo arbeitet bereits an einer Variante, die nicht mit mehr Leistung oder neuen Spielmodi punktet, sondern mit etwas, das Verbraucher schon lange einfordern: echter Reparierbarkeit. Was dahintersteckt und warum Europa dabei eine Vorreiterrolle einnimmt, ist spannender als man zunächst vermuten würde.
Recht auf Reparatur zwingt Nintendo zum Handeln
Die Europäische Union macht mit ihrer sogenannten Right-to-Repair-Gesetzgebung Druck auf Elektronikhersteller, und Nintendo ist keine Ausnahme. Laut einem Bericht der japanischen Wirtschaftspublikation Nikkei plant das Unternehmen eine überarbeitete Version der Nintendo Switch 2 speziell für den europäischen Markt, ausgestattet mit einem leicht austauschbaren Akku. Auf den ersten Blick klingt das nach einer Kleinigkeit, doch wer schon einmal erlebt hat, wie ein erschöpfter Akku ein ansonsten tadellos funktionierendes Gerät in Elektroschrott verwandelt, weiß, welchen Unterschied das im Alltag macht. Nintendo signalisiert damit eine Kehrtwende, denn das Unternehmen war bislang nicht gerade für seinen offenen Umgang mit Reparierbarkeit bekannt.
Auch die Joy-Con 2 stehen auf dem Prüfstand
Neben der Konsole selbst nimmt Nintendo auch die Joy-Con 2 ins Visier. Die Controller sollen in der EU ebenfalls einfacher zu reparieren sein, was besonders für alle relevant ist, die schon Bekanntschaft mit dem berüchtigten Driftproblem der Vorgängergeneration gemacht haben. Ob der Nintendo Switch 2 Pro Controller eine ähnliche Überarbeitung erhält, ist bislang nicht bestätigt. Die Stoßrichtung ist jedoch eindeutig: Nintendo passt sein Hardware-Sortiment konsequent an die europäischen Vorschriften an, und das dürfte auf lange Sicht auch das Vertrauen der Kundschaft stärken.
Das Original könnte in Europa still und leise verschwinden
Eine überraschende Begleiterscheinung dieser Entwicklung betrifft die originale Nintendo Switch. Nikkei deutet an, ohne es offen auszusprechen, dass die 2017 erschienene Konsole in Europa möglicherweise vom Markt genommen wird. Der Grund liegt auf der Hand: Die ursprüngliche Switch erfüllt die Anforderungen der EU-Reparaturrichtlinien kaum, und ein vollständig überarbeitetes Modell wäre wirtschaftlich nicht sinnvoll, wenn man bedenkt, dass die Switch 2 bereits im Regal steht. Das wäre das Ende einer bemerkenswerten Ära, denn die originale Switch hat in ihrer Lebenszeit über 155 Millionen Einheiten abgesetzt und damit sogar den legendären Nintendo DS überholt, der auf rund 154 Millionen Exemplare kam.
Erfolg trotz möglicher Preiserhöhung
Während Nintendo intern umstrukturiert, läuft die Switch 2 kommerziell auf Hochtouren: Bis Ende Dezember 2025 wurden über 17 Millionen Einheiten verkauft, allein das erste Weihnachtsgeschäft steuerte mehr als 7 Millionen Exemplare bei. Auf der Software-Seite sieht es ähnlich beeindruckend aus. Gleichzeitig prognostiziert das Analyseunternehmen Niko Partners für 2026 eine mögliche Preiserhöhung, die durch globale Engpässe bei Speicherkomponenten und schwankende Wechselkurse begünstigt wird. Nintendo-Präsident Shuntaro Furukawa betonte selbst, dass die Rentabilität der Konsole von zahlreichen Faktoren abhängt und langfristig durch eine vorausschauende Komponentenbeschaffung gesichert werden soll. Und sollten ähnliche Reparaturgesetze in Japan oder den USA folgen, könnte das überarbeitete Modell auch dort seinen Weg finden.


