Die gefährlichsten Systeme sind oft die, die niemand mehr kennt
KI beschleunigt Prozesse, Cloud-Dienste verändern IT-Strukturen und regulatorische Anforderungen steigen. Doch viele Unternehmen verlieren dabei zunehmend den Überblick über ihre tatsächliche digitale Angriffsfläche.

03. Juni 2026, 10:00 Uhr · Quelle: Pressebox
Die gefährlichsten Systeme sind oft die, die niemand mehr kennt
Foto: Pressebox
Unbekannte Systeme sind nicht nur unsichtbar. Sie entziehen sich auch der Kontrolle über die eigene digitale Realität.
KI ermöglicht Angreifern die parallele Analyse tausender Systeme. Unternehmen verlieren zunehmend den Überblick über ihre digitale Infrastruktur.

Berlin, 03.06.2026 (PresseBox) - KI beschleunigt Aufklärung und Angriffsvorbereitung

Die Debatte über künstliche Intelligenz in der Cybersecurity folgt oft einem vertrauten Muster. Es geht um autonome Hacker-Agenten, selbststeuernde Schadsoftware oder vollständig automatisierte Angriffsketten.

Das klingt spektakulär. Die eigentliche Veränderung hat allerdings bereits begonnen. Denn KI macht Cyberangriffe nicht zwingend intelligenter. Sie macht sie skalierbar. Die entscheidende Fähigkeit moderner Angreifer besteht nicht mehr nur darin, einzelne Sicherheitslücken zu finden. Entscheidend wird die Fähigkeit, gleichzeitig tausende potenzielle Ziele zu analysieren, Veränderungen zu beobachten und verwertbare Schwachstellen automatisiert zu priorisieren. Aufklärung, Systemerkennung und Angriffsvorbereitung entwickeln sich zunehmend zu industriellen Prozessen.
Und damit verändert sich eine zentrale Annahme vieler Sicherheitsstrategien: die Vorstellung, dass unbekannte Systeme lediglich organisatorische Schwächen seien.

Unternehmen verlieren den Überblick über ihre digitale Realität

Moderne Unternehmen bestehen längst nicht mehr aus klar abgegrenzten IT-Strukturen: Neue Cloud-Ressourcen entstehen innerhalb weniger Minuten. Entwicklungsumgebungen werden kurzfristig öffentlich erreichbar. Dienstleister betreiben Systeme im Namen des Unternehmens. Tochtergesellschaften bringen eigene Infrastruktur mit. Hinzu kommen externe Plattformen, Schnittstellen und SaaS-Dienste, die außerhalb klassischer Governance-Prozesse entstehen.
Viele dieser Systeme tauchen nie vollständig in Inventaren oder Sicherheitsprozessen auf. Es entsteht Schatten-IT.
Die eigentliche Herausforderung ist deshalb nicht nur die technische Komplexität. Risiken entstehen, wenn Unternehmen die Fähigkeit verlieren, ihre reale digitale Betriebsfläche vollständig nachzuvollziehen.

Die eigentliche Schwachstelle ist fehlende Nachvollziehbarkeit

Angreifern ist es heutzutage möglich, ganze Branchen kontinuierlich nach neuen Angriffsflächen zu durchsuchen. Neue Systeme werden automatisch erkannt, kategorisiert und bewertet. Möglich wird das durch KI-gestützte Prozesse und die permanente Analyse potenzieller Sicherheitslücken.
Viele Unternehmen reagieren auf diese Entwicklung mit zusätzlichen Sicherheitswerkzeugen, Dashboards oder Warnmeldungen. Doch mehr Daten lösen das Grundproblem nicht.
Die zentrale Frage sollte nämlich nicht mehr lautet, wie ein System abgesichert ist. Sondern ob dieses System existiert und inventarisiert wurde.
Sicherheit basiert deshalb immer stärker auf Nachvollziehbarkeit. Unternehmen müssen verstehen können, welche Systeme öffentlich erreichbar sind, welche Abhängigkeiten entstehen und welche digitalen Prozesse faktisch geschäftskritisch geworden sind.

Kontinuierliche Sichtbarkeit wird zur Sicherheitsgrundlage

Die eigentliche KI-Bedrohung besteht derzeit nicht darin, dass Maschinen eigenständig komplexe Cyberangriffe planen. Die größere Veränderung liegt in der Geschwindigkeit und Größenordnung bestehender Methoden. Zusätzlich verändert Parallelisierung von Angriffsketten die Angriffsökonomie.
Dadurch steigt die Bedeutung eines Faktors, der lange unterschätzt wurde: kontinuierliche Sichtbarkeit über die eigene digitale Realität.
Ein belastbares Verständnis darüber, welche Systeme tatsächlich existieren, welche Veränderungen stattfinden und wo neue Risiken entstehen, wird damit zum entscheidenden Faktor in jeder modernen Sicherheitsstrategie.

External Attack Surface Management verfolgt genau diesen Ansatz“, erklärt Florian Kraus, General Manager DACH bei der DAGMA GmbH. „Unternehmen sollten kontinuierlich nachvollziehen können, welche Systeme öffentlich erreichbar sind, welche digitalen Abhängigkeiten entstehen und wo neue Risiken sichtbar werden. Denn viele Angriffsflächen entstehen heute außerhalb klassischer Inventare und Governance-Prozesse.
Gerade im Kontext KI-gestützter Angriffsvorbereitung werde diese kontinuierliche Sichtbarkeit zunehmend zur Grundlage moderner Cyberabwehr. „Das eigentliche Problem entsteht häufig nicht erst beim Angriff selbst, sondern bereits dann, wenn Unternehmen die Übersicht über ihre reale digitale Präsenz verlieren“, so Kraus weiter. „Lösungen wie Hadrian helfen dabei, externe Angriffsflächen kontinuierlich sichtbar zu machen, Veränderungen frühzeitig zu erkennen und Risiken besser einzuordnen. Mit Hadrian NOVA lassen sich diese Erkenntnisse zusätzlich automatisiert priorisieren und in operative Sicherheitsprozesse überführen.

Die eigentliche Herausforderung moderner Cyberabwehr besteht deshalb nicht mehr nur darin, externe Angriffe abzuwehren. Sondern die Kontrolle über die eigene digitale Realität nicht zu verlieren.

Sicherheit / KI / Cybersecurity / External Attack Surface Management / Schatten-IT / Hadrian / DAGMA
[pressebox.de] · 03.06.2026 · 10:00 Uhr
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