Die Ernte endet nie: Stardew Valley erhält überraschend ein weiteres Kapitel
IManche Spiele sind flüchtige Momente der Unterhaltung, andere wiederum entfalten sich zu lebendigen, atmenden Welten, die ihre Schöpfer und ihre Community nie ganz loslassen. „Stardew Valley“, das paradigmatische Indie-Juwel von Eric „ConcernedApe“ Barone, gehört zweifellos zur letzteren Kategorie. Gerade als die weltweite Fangemeinde des idyllischen Pixel-Meisterwerks fest damit rechnete, dass sich der Schöpfer voll und ganz seinem nächsten, mit Hochspannung erwarteten Projekt „Haunted Chocolatier“ widmen würde, lässt dieser eine Bombe platzen, die das Herz der Community höher schlagen lässt: Es wird ein Update 1.7 geben, das dem Farm-Epos weitere, neue Inhalte bescheren wird.
Ein unerwarteter Paukenschlag aus dem Orchestergraben
Die Enthüllung erfolgte auf eine für das bescheidene Spiel passende, fast schon poetische Weise. Während des jüngsten „Symphony of Seasons“-Konzerts, einer orchestralen Hommage an die Musik des Spiels, lüftete Barone beiläufig das Geheimnis, bevor er es später für ein breiteres Publikum in den sozialen Medien bestätigte. „Okay, ich habe es letzte Nacht beim Konzert verraten und jetzt ist die Katze aus dem Sack, also werde ich es für alle bestätigen: Es wird ein Stardew Valley 1.7 Update geben“, schrieb Barone. In seiner typisch zurückhaltenden Art schob er jedoch direkt nach: „Kein Veröffentlichungsdatum, keine Schätzung. Aber es passiert“. Diese Ankündigung schlug ein wie ein Blitz aus heiterem Himmel, hatte der Entwickler doch erst letztes Jahr betont, sich nach dem Update 1.6 verstärkt auf „Haunted Chocolatier“ konzentrieren zu wollen.
Die Philosophie des unermüdlichen Gärtners
Diese überraschende Kehrtwende passt jedoch perfekt zur tief verwurzelten Philosophie, die Eric Barone seit jeher verfolgt. Seine Hingabe an „Stardew Valley“ ist keine bloße Produktpflege, sondern eine tief empfundene Dankbarkeit gegenüber den Millionen von Spielern, die seinen Traum erst ermöglicht haben. In einem früheren Gespräch erklärte er, wie sehr er auf das Feedback und die Kritik seiner Fans achte und dass er sich vorstellen könne, noch 50 weitere Jahre an dem Titel zu arbeiten. Gleichzeitig ringt er mit der Idee, dass ein Spiel auch „zu viel Inhalt“ haben kann, was die Wartung und Fehlerbehebung exponentiell erschwert. Dennoch siegt am Ende sein unbedingter Wille, „Stardew Valley“ zum „bestmöglichen Spiel“ zu machen, das es sein kann – selbst nach über zwölf Jahren ununterbrochener Arbeit an seinem Lebenswerk.
Ein Phänomen in Pixeln
Die schier unglaublichen Verkaufszahlen von über 41 Millionen Exemplaren seit der Veröffentlichung im Jahr 2016 unterstreichen, dass es sich hier nicht nur um ein Spiel, sondern um ein kulturelles Phänomen handelt. Allein 26 Millionen dieser Verkäufe entfallen auf den PC, was die enorme und treue Basis auf dieser Plattform beweist. Dieser Erfolg ist der Nährboden, aus dem Barones Motivation erwächst, immer wieder in das idyllische Pelican Town zurückzukehren und dessen Bewohnern und Landschaften neue Geheimnisse und Möglichkeiten einzuhauchen. Während also die Schokoladenfabrik noch ein wenig auf ihren Meister warten muss, können sich die Farmer dieser Welt darauf freuen, dass ihre Felder auch in Zukunft noch ungeahnte Früchte tragen werden.


