Die Currywurst: Duisburg beansprucht den Erfinderthron
In einem mutigen Vorstoß hat Duisburg seinen Anspruch als Geburtsort der Currywurst erneuert. Dieses prestigeträchtige Titelmatch, bei dem Berlin traditionell einen Wettkampfcharakter innehatte, wurde unlängst vor der "Peter Pomm's Pusztetten-Stube" von Oberbürgermeister Sören Link mit einer besonderen Plakette bekräftigt. Link hob hervor, wie prägend die Currywurst für das Ruhrgebiet und besonders für Duisburg sei und widersprach damit dem weit verbreiteten Glauben, Berlin sei der Ursprungsort des beliebten Gerichts.
Auslöser für diese geografische Neuzuschreibung sind die Autoren Gregor Lauenburger und Tim Koch, die in ihrem Werk "Alles Currywurst - oder was?" überzeugend darlegen, dass die berühmte Currywurst ihre Wurzeln nicht in der Hauptstadt, sondern bereits 1936 in Duisburg hat. Ihrer Argumentation nach habe Peter Hildebrand, bekannt als Peter Pomm aufgrund seiner kulinarischen Expertise in Pommes, dieses Gericht erstmals kreiert.
Damals servierte Hildebrand seinen Fabrikarbeitern Wurst mit Tomatensoße, verfeinert durch englisches Curry – ein für die Zeit ungewöhnliches Gewürz, das in Zeiten der Nazi-Herrschaft laut Lauenburger hinter vorgehaltener Hand als "gewürzter Feind" galt. Die Recherche der Autoren stützt sich auf Augenzeugenberichte und konkrete Rechnungen aus dem Jahr 1935 für den englischen Currybezug, was ihnen ausreichend Beweise für ihre These liefert.
Den Disput mit Berlin, dessen Bewohner weiterhin Herta Heuwer als Erfinderin der Currywurst sehen, kommentiert Gregor Lauenburger gelassen. Er erkennt, dass Berlin lediglich die Currywurst für sich im Jahr 1949 erneut entdeckt hatte und bleibt der rheinischen Lebensart treu: Weniger Streit, mehr Genuss.

