IAEA in brisanten Verhandlungen um Feuerpause am AKW Saporischschja
Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) steht derzeit in intensiven Verhandlungen mit Russland und der Ukraine, um eine zeitlich begrenzte Feuerpause rund um das Kernkraftwerk Saporischschja zu erreichen. Grund dafür ist der dringende Bedarf, eine beschädigte Stromleitung zu reparieren, die bei Auseinandersetzungen am 2. Januar beeinträchtigt wurde. Der Generaldirektor der IAEA, Rafael Grossi, informierte aus Wien, dass die 330-Kilovolt-Notfallleitung die letzte funktionierende Reserveverbindung darstellt und dringend instand gesetzt werden müsse.
Derzeit erfolgt die Stromversorgung des von russischen Truppen kontrollierten Kraftwerks ausschließlich über die 750-Kilovolt-Hauptleitung. Grossi betonte, dass zur erfolgreichen Reparatur der beschädigten Leitung eine Kampfpausenzone im Umkreis von etwa zehn Kilometern um das Kraftwerk erforderlich sei, damit ukrainische Techniker die notwendigen Arbeiten sicher durchführen können. Bereits in der Vergangenheit hat die IAEA mehrfach erfolgreich solche Feuerpausen initiiert.
Hinzu kommt, dass die IAEA-Beobachter eine Zunahme der Kampfintensität in der Nähe des bedeutenden Atomkraftwerkes, dem größten seiner Art in Europa, registriert haben. Trotz der Abschaltung der sechs Reaktoren bleibt ihre Kühlung von zentraler Bedeutung. Rafael Grossi, der schon seit geraumer Zeit die UN-Behörde leitet, verfolgt ambitionierte Pläne und strebt die Nachfolge von António Guterres als UN-Generalsekretär an.

