Deutschlands Games-Branche vor steuerpolitischem Innovationsschub
Die deutsche Games-Branche kann sich auf ein politisches Novum einstellen: Im Rahmen des Koalitionsvertrags planen Union und SPD steuerliche Anreize für Spieleentwickler. Die Bundesforschungsministerin Dorothee Bär, während der Gamescom in Köln, bekräftigte, dass man intensiv mit dem Bundesfinanzministerium und den Bundesländern verhandle, um diese Fördermaßnahmen umzusetzen. Das Ziel, Deutschland konkurrenzfähiger zu machen, wurde gemeinschaftlich bejaht, doch der entscheidende Durchbruch ist bislang ausgeblieben.
Solche steuerlichen Erleichterungen könnten Spieleherstellern ermöglichen, spezifische Produktionskosten geltend zu machen, was zu einer Senkung der Steuerlast führen würde. Dies soll Investitionen ankurbeln. Länder wie Frankreich und Kanada haben mit ähnlichen Maßnahmen bereits eine blühende Spieleindustrie etabliert, während deutsche Entwickler mit einem geschätzten Kostennachteil von 30 Prozent zu kämpfen haben.
Politisch trifft der Plan auf breite Zustimmung. Abgeordnete aus CDU/CSU, SPD und den Grünen begrüßen steuerliche Förderungen als potenziellen Wachstumsimpuls für den Standort Deutschland. Auch der Medienminister von Nordrhein-Westfalen, Nathanael Liminski, sieht in dem Projekt eine Investition in die Zukunft des Games-Marktes.
Die Grünen bezeichnen Gaming als „bedeutendes Kulturgut“ und drängen auf eine zügige Umsetzung der Anreize. Trotz der erwarteten kurzfristigen Steuerverluste seitens des Bundes sehen Politiker wie Joachim Ebmeyer und Holger Mann langfristige Vorteile und Potential für positive fiskalische Effekte.
Hinzu kommen bereits zugesagte direkte Fördermittel, die 2023 bei 88 Millionen Euro und bis 2026 auf 125 Millionen Euro steigen sollen. Brancheninsider wie Hendrik Lesser begrüßen die Schwerpunktsetzung der aktuellen Legislaturperiode, betonen jedoch die Notwendigkeit, Fördergelder gezielter auf in Deutschland steuerpflichtige Unternehmen zu lenken.
Die Diskussion, wie genau Gewinne aus der Spieleentwicklung in Deutschland gefördert werden sollten, hält an. Experten wie Malte Behrmann fordern strengere Maßstäbe bei der Vergabe von Förderungen, damit vor allem diejenigen profitieren, die ihre Gewinne im Inland versteuern.

