Deutschlands Bio-Markt im Aufschwung: Chancen und Herausforderungen
Die Begeisterung für Bio-Lebensmittel in Deutschland zeigt einen klaren Wachstumstrend, während die Anbauflächen hinterherzuhinken scheinen. Tina Andres, Vorsitzende der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), äußerte sich bedauernd über diese Diskrepanz im Vorfeld der Biofach-Messe in Nürnberg. Diese weltführende Messe für Bio-Lebensmittel und Naturkosmetik bietet vom Dienstag bis zum Freitag eine Plattform für internationale Ausstellende, um ihre neuesten Entwicklungen einem Fachpublikum vorzustellen.
Nach Angaben des BÖLW, des Spitzenverbandes für deutsche Bio-Erzeuger und Händler, ist der Umsatz mit Bio-Lebensmitteln im vergangenen Jahr erneut gestiegen. Diese positive Entwicklung, die sich nun im zweiten Jahr in Folge zeigt, wird als sehr ermutigend betrachtet. Andres merkt an, dass der Einzelhandel zunehmend Bio-Produkte anbietet, doch es sei noch Luft nach oben. Speziell bei Produkten wie Kaffee und Schokolade könnten noch verstärkt Bio-Varianten angeboten werden, um der bestehenden Nachfrage gerecht zu werden.
Der BÖLW warnt jedoch, dass die wachsende Nachfrage zu einem Engpass bei heimisch produzierten Bio-Gütern führe. Um den Bedarf zu decken, müssen daher nicht selten auch alltägliche Gemüsearten wie Möhren und Zwiebeln importiert werden. Dies gilt ebenso für Produkte wie Milch, Butter und Fleisch. Andres kritisiert, dass Deutschland eine große Chance verpasst, die Umstellung auf Bio-Landwirtschaft entschlossener zu fördern. Die Bio-Lebensmittelbranche schafft beinahe 400.000 Arbeitsplätze und ermöglicht stabile Lieferketten sowie Perspektiven für die deutsche Landwirtschaft.

